
Kann man Australien ohne eigenes Fahrzeug bereisen?
Ja. Es gibt ein Fernbusnetz, das die Ostküste zuverlässig abdeckt, dazu eigene Anbieter in Western Australia und in den Städten einen Nahverkehr, der besser funktioniert als sein Ruf.
Die ehrlichere Antwort ist trotzdem: Es kommt darauf an, was du sehen möchtest.
Wir selbst sind in Australien fast immer mit Camper oder Mietwagen unterwegs, den Nahverkehr haben wir in Perth, Sydney und Melbourne genutzt. Für diesen Artikel geht es uns deshalb weniger darum, dir jede Buslinie aufzulisten – sondern darum, dass du für dich entscheiden kannst, ob der Bus zu deiner Reise passt.
Denn genau das ist der Punkt, an dem die meisten hängen bleiben. Ein Bus bringt dich zuverlässig von Sydney nach Byron Bay. Er bringt dich nicht zu dem Strand, an dem abends Kängurus stehen, und auch nicht zum Ausgangspunkt einer Wanderung im Nationalpark.
Ob das für dich ein Problem ist, hängt davon ab, was du von Australien willst.
Für wen der Bus sinnvoll ist – und für wen nicht
Die Entscheidung hängt weniger vom Budget ab, als die meisten denken. Sie hängt davon ab, wie du reist.
Der Bus passt gut zu dir, wenn du:
- allein unterwegs bist. Bei einem Mietwagen oder Camper trägst du die gesamten Fahrzeugkosten selbst. Im Bus kaufst du dagegen nur ein Ticket für eine Person. Deshalb kann der Bus gerade für Solo-Reisende finanziell interessant sein.
- die klassische Ostküste bereist. Zwischen Melbourne, Sydney, Brisbane und Cairns liegen viele der typischen Backpacker-Stopps direkt am Fernbusnetz.
- in Hostels, Hotels oder Ferienwohnungen übernachtest. Dann brauchst du das Fahrzeug ohnehin nicht als Unterkunft.
- relativ wenige, klar geplante Stopps hast. Wenn deine Route aus Sydney, Byron Bay, Brisbane, Noosa und Airlie Beach besteht, lässt sie sich mit dem Bus deutlich einfacher umsetzen als eine Reise mit vielen kleinen Abstechern.
- nicht selbst fahren möchtest. Linksverkehr, lange Distanzen und Fahrten bei Dunkelheit sind nicht für jeden angenehm. Mit dem Bus musst du dich darum nicht kümmern.
Je nach Ticket oder Buspass kannst du einen Aufenthalt verlängern und eine spätere Verbindung buchen. Diese Flexibilität gilt aber nur dort, wo überhaupt passende Busse fahren – und natürlich nur zu den Zeiten, die der Fahrplan vorgibt.
Der Bus passt eher nicht zu dir, wenn du:
- Australien vor allem wegen des Roadtrips bereist. Mal spontan an einem Strand anhalten, einen Aussichtspunkt mitnehmen oder einen Umweg durch einen Nationalpark fahren – genau diese Freiheit fehlt dir im Bus.
- viele Nationalparks und abgelegenere Orte besuchen möchtest. Fernbusse verbinden vor allem Städte und größere Orte. Für Nationalparks, Wanderungen und abgelegenere Strände brauchst du deshalb häufig zusätzlich einen Shuttle, eine Tour oder einen Mietwagen.
- die Westküste intensiv bereisen möchtest. Auch dort gibt es Fernbusse, die Verbindungen sind aber deutlich dünner als an der Ostküste. Deine Route richtet sich dadurch wesentlich stärker nach dem Fahrplan.
- mit mehreren Personen unterwegs bist. Dann könnt ihr die Kosten für Mietwagen oder Camper untereinander teilen. Dadurch wird der Bus finanziell nicht automatisch schlechter – sein Preisvorteil gegenüber einem eigenen Fahrzeug kann aber deutlich kleiner werden.
- in kurzer Zeit viele verschiedene Orte sehen möchtest. Der Bus funktioniert gut auf einer linearen Route. Sobald du häufig umsteigen, zurückfahren oder zusätzliche Transfers organisieren musst, verlierst du schnell Zeit.
Fernbusse in Australien: Wer fährt wo?
Das Fernbusnetz ist nicht flächendeckend. Am dichtesten ist es an der Ostküste, während du in Western Australia und Tasmanien stärker um einzelne Verbindungen und Fahrpläne herumplanen musst.
Greyhound Australia
Greyhound Australia ist der bekannteste Fernbusanbieter des Landes. Besonders dicht ist das Netz an der Ostküste zwischen Melbourne, Sydney, Brisbane und Cairns. Dazu kommen Verbindungen durchs Landesinnere und in den Norden, unter anderem über Adelaide, Alice Springs und Darwin bis nach Broome.
Buchen kannst du einzelne Fahrten oder einen Whimit Travel Pass. Aktuell gibt es einen East Coast Whimit für das Netz zwischen Melbourne und Cairns sowie einen National Whimit für das gesamte Greyhound-Netz. Beide funktionieren zeitbasiert: Während der Gültigkeit kannst du beliebig oft innerhalb des jeweiligen Netzes fahren.
Ob sich der Pass lohnt, hängt davon ab, wie viele Etappen du tatsächlich fahren möchtest. Gerade für eine längere Reise entlang der Ostküste solltest du deshalb den Passpreis einmal mit den einzelnen Tickets für deine geplante Route vergleichen.
Praktisch ist, dass Greyhound viele der klassischen Stopps direkt verbindet: Byron Bay, Noosa, Hervey Bay, Airlie Beach oder Mission Beach liegen beispielsweise im Netz. Gerade ohne eigenes Fahrzeug lässt sich damit ein großer Teil der Ostküste relativ unkompliziert bereisen.
→ Greyhound Australia: Routen, Fahrpläne und Tickets
Western Australia: Integrity Coach Lines und Transwa
An der klassischen Westküste zwischen Perth und Broome übernimmt vor allem Integrity Coach Lines die Rolle, die Greyhound im Osten hat.
Integrity verbindet Perth mit Broome und hält unter anderem in Geraldton, Carnarvon, Coral Bay und Exmouth. Für Kalbarri gibt es allerdings einen wichtigen Unterschied: Der Fernbus fährt nicht bis in den Ort, sondern hält am Ajana/Kalbarri Turn-off rund 66 Kilometer außerhalb. Von dort brauchst du einen zusätzlichen Shuttle.
Integrity bietet neben Einzeltickets auch Hop-on-Hop-off-Pässe an. Wenn du die Westküste ohne eigenes Fahrzeug bereisen möchtest, ist das derzeit die wichtigste durchgehende Busverbindung zwischen Perth und Broome.
→ Integrity Coach Lines: Fahrplan und Tickets
Daneben gibt es mit Transwa ein großes staatliches Regionalnetz in Western Australia. Die Busse fahren unter anderem nach Bunbury und in den Südwesten, nach Albany und Esperance, aber auch Richtung Geraldton und Kalbarri.
Zusätzlich betreibt Transwa mehrere Bahnverbindungen innerhalb Western Australias, darunter den Australind zwischen Perth und Bunbury.
→ Transwa: Streckennetz und Fahrpläne
Der große Unterschied zur Ostküste ist die Frequenz. Gerade bei Integrity und auf regionalen Transwa-Strecken fahren Busse teilweise nur an bestimmten Wochentagen. Hier planst du deine Route deshalb stärker um den Fahrplan herum.
Premier Motor Service: Alternative an der Ostküste
Mit Premier Motor Service gibt es an der Ostküste noch eine interessante Alternative zu Greyhound.
Premier fährt täglich zwischen Cairns und Brisbane, Brisbane und Sydney sowie weiter südlich zwischen Sydney und Eden. Interessant ist vor allem die Südstrecke, die Greyhound so nicht bedient: Zwischen Eden und Sydney hält Premier unter anderem in Merimbula, Narooma, Bermagui, Moruya, Mogo, Batemans Bay, Ulladulla, Nowra, Berry und Kiama.
Auch Premier bietet neben Einzeltickets verschiedene Travel Passes an. Wenn du deine Route bereits kennst, lohnt es sich deshalb, die Preise und Abfahrtszeiten beider Anbieter zu vergleichen.
→ Premier Motor Service: Routen und Fahrpläne
Und Tasmanien?
Tasmanien hat ein eigenes Busnetz mit Verbindungen zwischen den größeren Orten und in einige touristisch interessante Regionen. Hobart, Launceston, Devonport und Teile der Ost- und Westküste lassen sich beispielsweise mit öffentlichen Bussen verbinden.
Sobald du wandern oder abgelegenere Nationalparks besuchen möchtest, wird es komplizierter. Dann brauchst du häufig einen zusätzlichen Transfer oder einen privaten Shuttle.
Ein gutes Beispiel ist Cradle Mountain: Für die Anreise aus Hobart, Launceston oder Devonport gibt es spezielle Transferanbieter. Im Nationalpark selbst fährt anschließend ein Shuttle vom Visitor Centre Richtung Dove Lake.
Ohne Auto kannst du Tasmanien also bereisen – du bist bei Route und Zeitplan aber deutlich weniger flexibel als mit einem eigenen Fahrzeug.
Was kostet eine Reise mit dem Bus?
Mit dem Fernbus durch Australien zu reisen kann vergleichsweise günstig sein – vor allem, wenn du allein unterwegs bist. Du solltest dabei aber nicht nur auf den Preis des Bustickets schauen.
Anders als beim Camper hast du mit dem Bus noch keine Unterkunft dabei. Dazu kommen je nach Route Kosten für öffentliche Verkehrsmittel, Shuttles oder Touren, wenn dein eigentliches Ziel nicht direkt am Fernbusnetz liegt.
Was kosten die Fernbusse?
Wie viel du zahlst, hängt stark davon ab, welche Strecke du fährst und ob du Einzeltickets oder einen Buspass nutzt.
Zur Orientierung einige aktuelle Beispiele:
- Bei Greyhound kostet ein 30-Tage-East-Coast-Whimit derzeit 489 AUD. Damit kannst du innerhalb von 30 aufeinanderfolgenden Tagen unbegrenzt im Greyhound-Netz zwischen Melbourne und Cairns fahren.
- Bei Premier Motor Service kostet der Hop-on-Hop-off-Pass von Sydney nach Cairns derzeit 402 AUD. Er gilt für eine Richtung und erlaubt beliebig viele Stopps entlang der Strecke.
- Bei Integrity Coach Lines kostet ein 3.000-Kilometer-Pass derzeit 399 AUD. Das reicht beispielsweise für die Strecke von Perth nach Broome mit Stopps unterwegs.
Stand: September 2026. Die Preise und Passmodelle können sich ändern – prüfe sie deshalb vor der Buchung noch einmal direkt beim jeweiligen Anbieter.
Die Beispiele lassen sich allerdings nicht direkt miteinander vergleichen: Greyhound berechnet seine Pässe nach Reisedauer, Premier nach Strecke und Richtung und Integrity nach gefahrenen Kilometern.
Einzeltickets oder Buspass?
Ein Buspass lohnt sich nicht automatisch.
Wenn du beispielsweise nur von Sydney nach Byron Bay und anschließend nach Brisbane fahren möchtest, können einzelne Tickets günstiger sein. Machst du dagegen viele Stopps entlang der Ostküste, wird ein Pass interessanter.
Wir würden deshalb zuerst die Route festlegen und anschließend einmal beide Varianten durchrechnen:
Was kosten alle Einzeltickets zusammen – und was kostet der passende Buspass?
Gerade bei Greyhound spielt außerdem die Reisedauer eine Rolle. Die Whimit-Pässe gelten für eine bestimmte Anzahl aufeinanderfolgender Tage. Ein längerer Aufenthalt an einem Ort verbraucht also ebenfalls Tage deines Passes, obwohl du in dieser Zeit keinen Bus nutzt.
Die Zusatzkosten entstehen unterwegs
Der Fernbus bringt dich meistens von Ort zu Ort. Was danach kommt, musst du separat einplanen.
Dazu gehören vor allem:
- Unterkünfte: Hostel, Hotel oder Ferienwohnung zahlst du zusätzlich.
- Nahverkehr: Vom Busbahnhof musst du teilweise noch mit Stadtbus, Bahn oder Taxi zu deiner Unterkunft.
- Shuttles: Manche Ziele liegen nicht direkt an der Fernbusroute. An der Westküste brauchst du beispielsweise für Kalbarri oder Monkey Mia einen zusätzlichen Transfer.
- Touren: Ohne eigenes Fahrzeug erreichst du einige Nationalparks und abgelegenere Sehenswürdigkeiten nur mit einem organisierten Ausflug.
- Sondergepäck: Für Surfbretter oder zusätzliches Gepäck können je nach Anbieter weitere Gebühren anfallen.
Gerade der Punkt mit den Touren wird beim Preisvergleich schnell vergessen. Ein günstiger Bus nach Airlie Beach hilft dir beispielsweise wenig, wenn das eigentliche Erlebnis anschließend ohnehin eine gebuchte Tour ist. Und an anderen Orten kann ein Mietwagen für ein oder zwei Tage sinnvoll werden, um die Umgebung zu erkunden.
Ist der Bus günstiger als ein Camper?
Für Alleinreisende kann er das durchaus sein.
Wenn du allein einen Camper mietest, trägst du Fahrzeugmiete, Versicherung und Sprit selbst. Beim Bus zahlst du dagegen nur für einen Sitzplatz und kannst bei den Unterkünften zwischen Hostel, einfachem Zimmer und Hotel wählen.
Zu zweit sieht die Rechnung schon anders aus. Dann könnt ihr die Kosten für Camper oder Mietwagen teilen, während ihr zwei Bustickets und weiterhin eure Unterkunft bezahlen müsst.
Deshalb würden wir nicht versuchen, eine pauschale Summe wie „drei Wochen Australien mit dem Bus kosten X AUD“ zu nennen. Dafür unterscheiden sich Route und Reisestil zu stark.
Rechne stattdessen für deine konkrete Reise:
Fernbus + Unterkunft + Nahverkehr + Shuttles/Touren
und vergleiche diese Summe mit:
Camper + Versicherung + Sprit + Campingplätze
Erst dann siehst du, welche Variante für deine Reise tatsächlich günstiger ist.
Wenn du beide Varianten vergleichen möchtest, schau dir auch unseren ausführlichen Guide zum Camper mieten in Australien an. Dort erklären wir, welche Fahrzeugtypen es gibt, worauf wir bei der Buchung achten und welche Kosten zusätzlich zur Miete entstehen.
Öffentlicher Nahverkehr in Australien
Innerhalb der großen Städte funktioniert der Nahverkehr besser, als sein Ruf vermuten lässt. Für die Orientierung brauchst du vor allem die passende Fahrkarte beziehungsweise Zahlungsmethode – und dein Smartphone.
Bezahlen im Nahverkehr
Die großen Städte und Regionen haben jeweils eigene Ticketsysteme:
- Sydney und New South Wales: Opal
- Melbourne und Victoria: myki
- Brisbane und South East Queensland: go card
- Perth: SmartRider
- Adelaide: metroCARD
In Sydney, Brisbane und South East Queensland, Perth und Adelaide kannst du inzwischen auch direkt mit einer kontaktlosen Kredit- oder Debitkarte beziehungsweise Smartphone oder Smartwatch bezahlen. Du brauchst dort also nicht zwingend eine separate ÖPNV-Karte: Deine Bankkarte oder dein Smartphone übernimmt beim Ein- und Auschecken die Funktion des Tickets.
Melbourne ist derzeit noch die Ausnahme: Außerhalb der kostenlosen Tramzone brauchst du in der Regel weiterhin eine myki.
Wichtig: Die Regeln zum Ein- und Auschecken unterscheiden sich je nach Stadt und Verkehrsmittel. In Sydney, South East Queensland und Perth musst du beispielsweise beim Einsteigen beziehungsweise Fahrtbeginn einchecken und am Ende wieder auschecken. Vergisst du das, kann ein höherer Standardtarif berechnet werden.
Die Orientierung
Hier lag für uns anfangs das größere Problem: Im Bus ist nicht immer sofort offensichtlich, welche Haltestelle als Nächstes kommt – und aus dem fahrenden Bus sind die Schilder draußen oft kaum zu erkennen.
Die einfachste Lösung ist Google Maps. Damit kannst du in den großen Städten deine Verbindung planen und während der Fahrt verfolgen, wo du gerade bist und wann du aussteigen musst.
Für aktuelle Abfahrten, Ausfälle und Änderungen sind zusätzlich die Apps der jeweiligen Verkehrsverbünde praktisch, etwa Transport for NSW in Sydney, PTV in Melbourne, Translink in Queensland oder Transperth in Perth.
Beim Bus gibt es noch zwei Kleinigkeiten zu beachten: Zum Aussteigen drückst du rechtzeitig den Stop-Knopf. Und an vielen Haltestellen solltest du dem herannahenden Bus ein deutliches Zeichen geben, dass du mitfahren möchtest – sonst kann er an dir vorbeifahren.
Eine Sache, die uns in Australien immer gefallen hat: Viele Fahrgäste bedanken sich beim Aussteigen kurz beim Fahrer. Ein einfaches „Thanks“ oder „Thanks, driver“ gehört vielerorts ganz selbstverständlich dazu.
Kostenlos unterwegs
Ein paar Städte haben kostenlose Verbindungen, die für Besucher besonders praktisch sind.
In Perth gibt es die CAT-Busse (Central Area Transit). Sie sind komplett kostenlos und fahren auf mehreren farblich gekennzeichneten Linien durch die Innenstadt. Aktuell gibt es dort fünf Routen: Blue, Green, Purple, Red und Yellow. Zusätzlich fahren drei CAT-Linien in Joondalup sowie der kostenlose Surf CAT zwischen Stirling Station und Scarborough Beach.
Zusätzlich gibt es im Zentrum von Perth eine Free Transit Zone. Startet und endet deine Busfahrt innerhalb dieses Bereichs, fährst du kostenlos. Auch einige zentrale Bahnhöfe gehören dazu; bei Zugfahrten musst du allerdings trotzdem mit SmartRider oder kontaktloser Karte ein- und auschecken.
Auch Melbourne hat mit der Free Tram Zone einen großen kostenlosen Bereich im Stadtzentrum. Solange du dich mit der Tram innerhalb dieser Zone bewegst, brauchst du keine myki. Ebenfalls kostenlos ist die historische City Circle Tram.
In Brisbane fährt außerdem der CityHopper kostenlos über den Brisbane River.
Wo der Bus an Grenzen stößt
Zwischen den großen Orten funktioniert das Reisen mit dem Bus erstaunlich gut. Schwieriger wird es meistens erst dort, wo viele der schönsten Australien-Erlebnisse anfangen.
Nationalparks und abgelegene Orte
Fernbusse bringen dich vor allem von Stadt zu Stadt oder von Küstenort zu Küstenort. Nationalparks, Wanderparkplätze und abgelegenere Strände liegen dagegen oft einige Kilometer außerhalb.
Dann brauchst du zusätzlich einen lokalen Bus, Shuttle, Mietwagen oder eine organisierte Tour.
Das bedeutet nicht, dass du diese Orte ohne eigenes Fahrzeug gar nicht besuchen kannst. Die Planung wird aber aufwendiger – und du bist stärker an feste Abfahrtszeiten gebunden.
Spontane Stopps fallen weg
Für uns ist das der größte Unterschied zum eigenen Fahrzeug.
Mit dem Bus siehst du zwar die Landschaft auf dem Weg, kannst aber nicht einfach anhalten, wenn dir ein Strand, Aussichtspunkt oder kleiner Ort gefällt.
Gerade auf einem Roadtrip sind es aber oft genau diese ungeplanten Stopps, die am Ende hängen bleiben.
Mit dem Fernbus bestimmst du also, wo du ein- und aussteigst – aber nicht, was du dazwischen machst.
An manchen Strecken bestimmt der Fahrplan deine Route
An der Ostküste ist das Fernbusnetz vergleichsweise dicht. In anderen Regionen sieht das anders aus.
Gerade in Western Australia oder auf regionalen Strecken fahren manche Verbindungen nur wenige Male pro Woche. Dann kann aus einem zusätzlichen Reisetag schnell ein mehrtägiger Aufenthalt werden, weil der nächste passende Bus erst später fährt.
Das solltest du besonders dann berücksichtigen, wenn du nur zwei oder drei Wochen für deine Reise hast.
Vor Ort brauchst du trotzdem eine Lösung
Auch wenn dich der Fernbus bis an dein Reiseziel bringt, bist du dort noch nicht automatisch mobil.
In Sydney, Melbourne oder Brisbane ist das kein großes Problem, weil der Nahverkehr gut ausgebaut ist. In kleineren Küstenorten sieht es anders aus.
Liegt deine Unterkunft außerhalb des Zentrums oder möchtest du verschiedene Strände, Wanderungen und Sehenswürdigkeiten in der Umgebung besuchen, brauchst du schnell wieder einen lokalen Bus, Shuttle oder eine Tour.
Je mehr solcher Zusatzfahrten du auf deiner Route brauchst, desto weniger unkompliziert wird die Busreise.
Der Bus funktioniert deshalb am besten, wenn die Orte selbst dein Ziel sind. Möchtest du dagegen möglichst viel von der Landschaft zwischen diesen Orten sehen, ist ein eigenes Fahrzeug deutlich praktischer.
Die Alternative: Camper oder Mietwagen
Wenn du beim Lesen merkst, dass dir die festen Busstrecken zu wenig Freiheit lassen, bleiben im Wesentlichen zwei Alternativen: Mietwagen oder Camper.
Mit beiden kannst du Nationalparks, abgelegenere Strände und kleinere Orte deutlich einfacher erreichen – und unterwegs anhalten, wenn dir etwas gefällt. Der Unterschied liegt vor allem darin, wie du übernachten möchtest.
Ein Mietwagen passt besser, wenn du in Hotels, Motels oder Ferienwohnungen schlafen möchtest. Gerade in Städten ist ein normaler Pkw außerdem deutlich angenehmer zu fahren und zu parken.
Ein Camper spielt seine Vorteile vor allem auf längeren Roadtrips aus. Bett, Küche und Gepäck sind immer dabei, und du musst nicht für jeden neuen Ort eine Unterkunft organisieren. Gerade wenn Natur, Nationalparks und Camping im Mittelpunkt stehen, würden wir deshalb meistens den Camper wählen.
Welche Variante günstiger ist, lässt sich dagegen nicht pauschal sagen. Beim Mietwagen kommen die Unterkünfte hinzu, beim Camper Campingplätze, ein höherer Kraftstoffverbrauch und je nach Fahrzeug eine höhere Miete.
Wenn du zwischen beiden Varianten schwankst, haben wir sie deshalb noch einmal ausführlich miteinander verglichen:
→ Camper oder Mietwagen in Australien? Kosten, Vor- und Nachteile
Wenn für dich bereits feststeht, dass du mit dem Camper reisen möchtest, kannst du direkt verschiedene Fahrzeuge und Vermieter vergleichen:
→ Camper für Australien vergleichen und buchen
Fazit: Australien mit dem Bus – sinnvoll oder nicht?
Ja – wenn die Voraussetzungen stimmen.
Für Alleinreisende mit etwas Zeit, die vor allem die Ostküste zwischen Sydney und Cairns sehen möchten, kann der Bus eine gute und vergleichsweise günstige Lösung sein. Das Netz ist dicht, viele der typischen Stopps liegen direkt an der Route und mit einem passenden Buspass lassen sich mehrere Etappen unkompliziert miteinander verbinden.
Schwieriger wird es, sobald du von diesen Strecken abweichst. Zu zweit wird der finanzielle Vorteil gegenüber einem eigenen Fahrzeug kleiner, an der Westküste richtet sich die Route stärker nach dem Fahrplan und für Nationalparks, abgelegene Strände oder Wanderungen brauchst du häufiger zusätzliche Shuttles oder Touren.
Unsere Empfehlung deshalb: Rechne beide Varianten einmal komplett durch – Fahrtkosten, Übernachtungen, Transfers und Touren. Und überleg dir vor allem, wie du Australien erleben möchtest.
Wenn du hauptsächlich Städte und bekannte Küstenorte miteinander verbinden willst, kann der Bus völlig ausreichen. Möchtest du dagegen unterwegs spontan anhalten, abgelegenere Nationalparks besuchen und auch die Orte entdecken, die nicht direkt am Fernbusnetz liegen, ist ein eigenes Fahrzeug meistens die bessere Wahl.
Und falls du mit der Planung noch ganz am Anfang stehst: Entscheide nicht zuerst, ob du Bus, Camper oder Mietwagen nimmst. Leg zuerst fest, wohin du möchtest und wie viel Zeit du hast. Daraus ergibt sich meistens ziemlich schnell, welches Verkehrsmittel zu deiner Reise passt.
→ Australien-Reise planen: Der komplette Guide
Solltest du Hilfe bei der Planung, Buchung oder einfach nur bei der Auswahl des Busunternehmens und der passenden Fahrkarten benötigen, helfen wir dir gerne weiter. Schick uns einfach eine mail!
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Wir sind seit 2012 12-mal in Australien gereist, insgesamt über 25 Monate und 25.000 km, meist im Camper. Besonders gut kennen wir die Westküste von Perth bis Exmouth und die Ostküste von Cairns bis Adelaide. Mit Australien Guide helfen wir seit 2017, die eigene Reise zu planen. Mehr über uns →
