Australien Reise planen: Route, Kosten, Visum & unsere Tipps

australien reise planen

Eine Australien-Reise zu planen kann schnell überwältigend werden. Das Land ist riesig, die Entfernungen sind enorm und schon bei der ersten Recherche stehen plötzlich Ostküste, Westküste, Outback, Camper, Mietwagen, Flüge und zig mögliche Routen auf der Liste.

Wir kennen das aus eigener Erfahrung ziemlich gut. Bei unseren ersten Planungen wollten wir am liebsten viel zu viel in eine einzige Reise packen. Heute gehen wir anders vor: Erst Reisedauer, Reisezeit und Region festlegen – und erst danach die eigentliche Route planen.

Denn genau diese drei Entscheidungen bestimmen fast alles Weitere. Hast du drei Wochen oder drei Monate? Möchtest du die Ostküste bereisen, Western Australia entdecken oder ins Outback? Und zu welcher Jahreszeit passen diese Regionen überhaupt?

Wenn du bei deinen Reisedaten flexibel bist, lohnt sich deshalb schon früh ein Blick auf unseren Beitrag zur besten Reisezeit für Australien. Dort siehst du, welche Regionen sich zu welcher Jahreszeit besonders gut eignen.

Danach kannst du entscheiden, welches Australien du erleben möchtest: einen klassischen Roadtrip entlang der Küste, abgelegene Regionen mit einem 4WD, Städte und Hotels oder mehrere Wochen mit dem Camper. Wenn für dich ein Roadtrip im Mittelpunkt steht, findest du in unserem Camper-Guide für Australien bereits alle wichtigen Grundlagen zu Fahrzeugtypen, Kosten, Vermietern und 4WD.

Du musst deine Reise trotzdem nicht von Anfang bis Ende durchplanen. Im Gegenteil: Eine der wichtigsten Lektionen unserer eigenen Australien-Reisen war, weniger Strecke einzuplanen und mehr Raum für spontane Stopps zu lassen.

Damit du bei all den Entscheidungen trotzdem den Überblick behältst, gehen wir die Planung jetzt Schritt für Schritt durch.

Australien-Reise planen: 10 Schritte im Überblick

Eine Australien-Reise wird deutlich übersichtlicher, wenn du zuerst die großen Entscheidungen triffst und dich danach um die Details kümmerst. Diese Reihenfolge hat sich für unsere eigenen Reisen bewährt:

  1. Reisedauer festlegen – Wie viele Wochen hast du tatsächlich zur Verfügung?
  2. Reisezeit auswählen – Welche Regionen passen klimatisch zu deinem Reisezeitraum?
  3. Region festlegen – Ostküste, Westküste, Süden, Norden oder Outback?
  4. Visum beantragen – Wir erledigen das, bevor wir größere Buchungen vornehmen.
  5. Flüge buchen – Erst jetzt stehen Zeitraum und grobe Region fest.
  6. Camper oder Mietwagen wählen – passend zu Route, Reisedauer und Straßen.
  7. Versicherung abschließen – insbesondere Auslandskrankenversicherung prüfen.
  8. Route konkretisieren – Etappen planen, ohne jeden Tag komplett festzulegen.
  9. SIM-Karte, Kreditkarte & Co. vorbereiten – die praktischen Dinge für unterwegs.
  10. Packen und losfliegen – jetzt kann das Abenteuer beginnen.

Die Reihenfolge ist kein starres System. Flugpreise, verfügbare Camper oder saisonale Bedingungen können dazu führen, dass du einzelne Schritte vorziehst.

ivonne und adam in australien

Wichtig ist vor allem, nicht mit der Detailplanung zu beginnen. Wenn Reisedauer, Reisezeit und Region feststehen, werden viele der folgenden Entscheidungen automatisch einfacher.

Wie viel Zeit solltest du für Australien einplanen?

Eine der wichtigsten Fragen bei der Planung lautet: Wie viel Zeit hast du eigentlich zur Verfügung?

Denn Australien ist riesig. Entfernungen, die auf der Karte gar nicht so dramatisch aussehen, bedeuten in der Realität schnell mehrere hundert Kilometer Fahrt. Wer versucht, in zwei oder drei Wochen möglichst viel vom Land zu sehen, verbringt deshalb oft mehr Zeit auf der Straße als an den Orten, für die man eigentlich gekommen ist.

Genau diesen Fehler haben wir selbst gemacht.

Bei einer unserer Reisen hatten wir ursprünglich geplant, mit dem Camper in drei Monaten von Cairns bis nach Perth zu fahren. Auf dem Papier klang das machbar. Schon nach den ersten Tagen wurde uns aber klar, wie ambitioniert diese Route tatsächlich war. Also haben wir unsere Pläne geändert und die Rückgabe des Campers von Perth nach Adelaide verlegt.

Im Nachhinein war das eine der besten Entscheidungen der Reise. Wir mussten nicht ständig auf die Uhr schauen, konnten länger an Orten bleiben, die uns besonders gut gefallen haben, und hatten nicht das Gefühl, Australien einfach nur „abzufahren”.

Heute planen wir deutlich entspannter: Lieber eine Region richtig kennenlernen als möglichst viele Kilometer sammeln.

Wie lange lohnt sich eine Australien-Reise?

Für eine Australien-Reise würden wir mindestens drei Wochen einplanen – und selbst dann nur eine Region. Vier bis sechs Wochen geben dir spürbar mehr Spielraum, bei zwei bis drei Monaten wird die Reise deutlich flexibler. Je kürzer deine Zeit, desto wichtiger wird die Konzentration auf eine einzige Region.

Welche konkrete Strecke sich in zwei, drei oder vier Wochen wirklich ausgeht, haben wir hier im Detail durchgerechnet:

→ Australien Roadtrip: Die besten Routen für 2, 3 und 4 Wochen

Unterschätze die Entfernungen nicht

Ein häufiger Fehler ist, europäische Maßstäbe auf australische Entfernungen zu übertragen.

500 Kilometer an einem Tag zu fahren klingt zunächst vielleicht machbar. Und natürlich ist es das auch. Wenn du solche Fahrtage aber ständig einplanst, bleibt von deinem Roadtrip schnell nicht mehr viel übrig.

ivonne mit 4wd camper

Wie weit die bekannten Orte tatsächlich auseinanderliegen und wie viel Zeit du für die einzelnen Etappen einplanen solltest, haben wir hier zusammengestellt:

→ Entfernungen in Australien: Was auf der Karte harmlos aussieht

Dazu kommt, dass unterwegs oft genau die Orte interessant werden, die vorher gar nicht auf deiner Liste standen: ein Strand, den dir jemand auf dem Campingplatz empfohlen hat, eine kurze Wanderung, ein kleiner Küstenort oder einfach ein Platz, an dem du spontan einen Tag länger bleiben möchtest.

Gerade diese ungeplanten Momente gehören für uns zu den schönsten Seiten einer Australien-Reise. Deshalb planen wir heute grundsätzlich mehr Puffer ein.

Bevor du Flüge oder einen Camper buchst, solltest du deshalb drei Dinge festlegen:

  • Wie viele Tage stehen dir tatsächlich vor Ort zur Verfügung?
  • Welche Region möchtest du unbedingt erleben?
  • Wie viele Kilometer möchtest du während deiner Reise wirklich fahren? 

Plane anschließend deine grobe Route und rechne bewusst ein paar Puffertage ein. So bleibt genug Raum für spontane Stopps, schlechtes Wetter oder Orte, an denen du einfach länger bleiben möchtest.

Es ist völlig normal, dass nach der Planung noch Dutzende Orte übrig bleiben, die du gerne gesehen hättest. Das ist sogar gut so.

Australien läuft dir nicht weg. Und die Wahrscheinlichkeit ist ziemlich groß, dass du nach deiner ersten Reise sowieso wiederkommen möchtest.

Wann ist die beste Reisezeit für Australien?

Die Frage nach der besten Reisezeit lässt sich nicht mit einem bestimmten Monat beantworten. Dafür ist das Land schlicht zu groß und klimatisch zu unterschiedlich.

Während du im Norden zwischen Trocken- und Regenzeit unterscheidest, gibt es im Süden klassische Jahreszeiten. Und während es im australischen Winter im tropischen Norden angenehm warm und trocken sein kann, brauchst du zur gleichen Zeit im Süden morgens durchaus eine warme Jacke.

Deshalb gilt: Nicht zuerst die beste Reisezeit für Australien suchen – sondern die beste Reisezeit für deine geplante Region.

Außerdem solltest du daran denken, dass die Jahreszeiten genau entgegengesetzt zu unseren in Europa verlaufen:

  • Frühling: September bis November
  • Sommer: Dezember bis Februar
  • Herbst: März bis Mai
  • Winter: Juni bis August

Welche Reisezeit eignet sich für welche Region?

Norden Australiens: Für Darwin, den tropischen Norden von Queensland oder den Norden von Western Australia ist die Trockenzeit besonders interessant. Sie liegt ungefähr zwischen April/Mai und Oktober. In der Regenzeit wird es deutlich schwüler, es regnet häufiger und tropische Stürme können die Reiseplanung beeinflussen.

Perth und der Südwesten: Hier erwarten dich vier Jahreszeiten. Frühling und Herbst eignen sich aus unserer Sicht besonders gut für einen Roadtrip. Im australischen Sommer kann es sehr heiß werden, während der Winter rund um Perth deutlich kühler und regenreicher ist.

Süden Australiens: Für Regionen rund um Adelaide, Melbourne und die Südküste sind Frühling, Sommer und Herbst interessant. Im australischen Winter kann es dagegen überraschend kühl und regnerisch werden.

Ostküste: Hier kommt es stark darauf an, wie weit du nach Norden möchtest. Sydney hat ein gemäßigteres Klima, während es Richtung Brisbane und weiter nach Nord-Queensland zunehmend subtropisch beziehungsweise tropisch wird. Eine Reise von Sydney bis Cairns führt dich deshalb durch unterschiedliche Klimazonen.

Outback und Red Centre: Für Alice Springs, Uluru und das australische Outback sind die kühleren Monate besonders angenehm. Im Sommer können die Temperaturen extrem hoch werden. Im Winter sind die Tage angenehm, nachts kann es allerdings richtig kalt werden.

Wenn du deine Route bereits ungefähr kennst, findest du in unserem ausführlichen Beitrag zum Klima und zur besten Reisezeit in Australien Klimatabellen für verschiedene Regionen und Städte.

Nicht nur das Wetter entscheidet

Einen Punkt würden wir heute mindestens genauso ernst nehmen wie Temperaturen und Regentage: die australischen Ferienzeiten.

Auch diesen Fehler haben wir selbst schon gemacht.

Wir waren mit dem Camper während der australischen Ferien an der Ostküste unterwegs – und würden diesen Zeitraum heute nach Möglichkeit vermeiden. Viele Campingplätze waren voll und entsprechend unruhig. Die sanitären Anlagen waren teilweise ständig belegt und bei dem großen Andrang kam das Personal mit der Reinigung kaum hinterher.

bondi beach

Gerade an beliebten Küstenabschnitten kann es während der Schulferien und rund um Feiertage deutlich voller werden. Wenn du zeitlich flexibel bist, lohnt sich deshalb auch ein Blick auf die australischen Schulferien und Feiertage.

Unser Tipp: Bist du bei deinen Reisedaten flexibel, lege zuerst deine Wunschroute fest und passe anschließend den Reisezeitraum daran an. Bist du dagegen an feste Urlaubstage gebunden, mach es genau andersherum: Prüfe, welche Regionen zu dieser Jahreszeit die besten Bedingungen bieten.

So planst du deine Reise nicht gegen das australische Klima – sondern passend dazu.

Visum und Einreise nach Australien

Bevor du in den Flieger steigst, gibt es noch einen wichtigen Punkt: Für eine Reise nach Australien brauchst du vor der Einreise das passende Visum.

Für viele Urlauber aus Deutschland und anderen berechtigten europäischen Ländern kommt das eVisitor Visum (Subclass 651) infrage. Damit kannst du innerhalb von zwölf Monaten mehrfach einreisen und dich bei jeder Einreise bis zu drei Monate im Land aufhalten. Gerade wenn du – wie wir – gerne mehrere Monate am Stück unterwegs bist, ist diese Grenze bei der Planung wichtig.

Für andere Nationalitäten, längere Aufenthalte, Work & Travel oder andere Reisezwecke können andere Visa notwendig sein. Welches Visum zu deiner Situation passt, prüfst du am besten über den offiziellen Visa Finder der australischen Einwanderungsbehörde.

Beantragt wird das eVisitor online. Der erste Schritt ist ein ImmiAccount, darüber startest du den Antrag, reichst deine Angaben und Dokumente ein und verfolgst später den Bearbeitungsstatus. Die Erstellung ist nicht besonders kompliziert, die Seite allerdings komplett auf Englisch. Eine ausführliche Schritt für Schritt Anleitung für die Erstellung des ImmiAccounts haben wir bereits veröffentlicht.

Den gesamten Antrag haben wir Schritt für Schritt erklärt, inklusive Screenshots, benötigter Dokumente und der Stellen, an denen es erfahrungsgemäß hakt:

→ Australien Visum beantragen: Hilfe und Tipps zum eVisitor 651

Unser Tipp: Beantrage dein Visum nicht erst am Tag vor dem Abflug. Auch wenn ein Antrag oft sehr schnell bearbeitet wird, kann es im Einzelfall länger dauern oder es werden zusätzliche Unterlagen angefordert. Erst wenn dein Visum tatsächlich genehmigt wurde, ist dieser Punkt erledigt.

Was brauchst du für die Einreise?

Bereithalten solltest du:

  • einen gültigen Reisepass
  • dein genehmigtes Australien-Visum
  • deine Angaben für die Einreiseerklärung
  • gegebenenfalls Informationen zu Waren, Medikamenten und Lebensmitteln, die du mitbringst

Bei der Einreiseerklärung handelt es sich in der Regel weiterhin um die Incoming Passenger Card (IPC), die du vor oder bei deiner Ankunft ausfüllst. Auf ausgewählten Qantas-Flügen wird zwar bereits eine digitale Alternative getestet, die Australia Travel Declaration (ATD), die klassische Karte ist 2026 aber weiterhin der reguläre Weg. Wie sie aussieht und was genau abgefragt wird, zeigen wir hier:

→ Einreisekarte für Australien – Hilfe beim Ausfüllen

Bei Lebensmitteln und Medikamenten lieber einmal zu viel deklarieren

Einen Punkt solltest du besonders ernst nehmen: die Biosecurity-Bestimmungen.

Australien schützt seine Tier- und Pflanzenwelt sehr streng vor eingeschleppten Schädlingen und Krankheiten. Bestimmte Lebensmittel, Pflanzenmaterialien, tierische Produkte und weitere Risikogüter müssen bei der Einreise angegeben werden. Auch Wanderschuhe oder Outdoor-Ausrüstung können relevant sein, wenn daran beispielsweise Erde oder Pflanzenreste haften.

Unsere einfache Regel lautet deshalb: Wenn du dir nicht sicher bist, deklariere es lieber. Eine Deklaration bedeutet nicht automatisch, dass dir ein Gegenstand weggenommen wird — die Biosecurity-Mitarbeiter entscheiden vor Ort. Problematisch wird es vor allem dann, wenn deklarationspflichtige Waren bewusst nicht angegeben werden.

Was dich nach der Landung sonst noch erwartet und welche Bestimmungen aktuell gelten, haben wir hier zusammengefasst:

→ Australien Einreise: Einreisebestimmungen, Ablauf und wichtige Tipps

Wenn du regelmäßig Medikamente einnimmst, solltest du zusätzlich prüfen, welche Regeln für deren Einfuhr gelten. Je nach Medikament können Vorgaben zur Menge, Originalverpackung, zum Rezept oder zu einem ärztlichen Attest gelten.

→ Medikamente nach Australien einführen: Regeln für Einreise, Rezept & Zoll

Flüge nach Australien finden und buchen

Stehen Reisezeitraum und grobe Route fest, kannst du dich um einen der größten Kostenpunkte deiner Reise kümmern: den Flug nach Down Under.

Und der will gut gewählt sein.

inlandsflüge australien

Denn anders als bei einem kurzen Flug innerhalb Europas sitzt du auf dem Weg nach Australien ziemlich lange im Flugzeug. Deshalb schauen wir bei der Buchung längst nicht nur auf den günstigsten Preis, sondern auch auf Flugzeit, Umsteigeverbindung, Airline, Sitzkomfort und Gepäckbestimmungen.

Welcher Zielflughafen ist der richtige?

Zu den wichtigsten internationalen Flughäfen gehören Sydney, Melbourne, Brisbane, Perth und Adelaide. Welcher für dich sinnvoll ist, hängt vor allem von deiner geplanten Route ab.

Möchtest du die Westküste erkunden, macht ein Start in Perth deutlich mehr Sinn als ein vermeintlich günstiger Flug nach Sydney. Planst du dagegen einen Roadtrip entlang der Ostküste, kommen je nach Route Sydney, Brisbane oder Cairns infrage.

Unser Tipp: Suche nicht automatisch nur nach dem günstigsten Australien-Flug. Entscheidend ist, was die komplette Reise kostet. Ein Flug, der 100 oder 200 Euro günstiger ist, kann am Ende teurer werden, wenn du anschließend noch einen Inlandsflug benötigst oder deinen Camper an einem ungünstigen Ort übernehmen musst.

Hin- und Rückflug müssen dabei nicht am gleichen Flughafen liegen. Gerade bei einem Roadtrip lohnt es sich, nach Gabelflügen beziehungsweise Multi-City-Flügen zu schauen: Frankfurt → Sydney, später Melbourne → Frankfurt. Wenn deine Route ohnehin von A nach B führt, gibt es oft keinen guten Grund, am Ende noch einmal hunderte oder sogar tausende Kilometer zurück zum Ausgangspunkt zu fahren.

Wir planen unsere Flüge deshalb immer zusammen mit der groben Route und der Camper- beziehungsweise Mietwagenbuchung.

Welche Airline würden wir wählen?

Wir waren bereits mit verschiedenen Airlines unterwegs, unter anderem mit Singapore Airlines, Qatar Airways, Emirates, Etihad, Cathay Pacific und Thai Airways.

Singapore Airlines gehört für uns ganz klar zu den Favoriten. Wir haben dort sehr gute Erfahrungen mit Service, Komfort und dem gesamten Flugerlebnis gemacht. Auch Singapur finden wir als Zwischenstopp angenehm.

Das bedeutet aber nicht, dass du dich auf eine einzige Airline festlegen solltest. Je nach Abflugort, Reisezeit und Ziel können andere Verbindungen deutlich besser oder günstiger sein.

→ Flug nach Australien: Airlines, Verbindungen und unsere Erfahrungen

Economy oder Premium Economy? Wenn es dein Budget zulässt und der Aufpreis vernünftig ist, würden wir zumindest einmal nach den Preisen schauen. Gerade auf einer langen Strecke machen mehr Beinfreiheit und etwas mehr Platz einen deutlichen Unterschied. Aber ein Muss ist sie nicht: Bei einem Aufpreis von mehreren hundert oder sogar über tausend Euro würden wir dieses Geld möglicherweise lieber für den Roadtrip selbst einplanen.

beinfreiheit premium economy singapore airlines

Achte also nicht nur auf den Flugpreis.

Wir achten vor der Buchung besonders auf:

  • die gesamte Reisedauer
  • Anzahl und Dauer der Zwischenstopps
  • Abflug- und Ankunftszeiten, auch im Hinblick auf den Jetlag nach Australien
  • enthaltenes Aufgabegepäck
  • Möglichkeiten zur Sitzplatzreservierung
  • Kosten für Änderungen oder Stornierungen
  • Flughafen für den Zwischenstopp und Ankunftsort in Australien

Vor allem das Gepäck kann wichtig werden, wenn du für mehrere Wochen oder Monate reist. Die Bedingungen unterscheiden sich je nach Airline, Tarif und Strecke teilweise deutlich. Prüfe deshalb immer die konkreten Bestimmungen deines Tickets und verlasse dich nicht auf ältere Angaben aus Reiseblogs oder Foren.

Wann solltest du buchen?

Den perfekten Buchungszeitpunkt gibt es aus unserer Sicht nicht. Flugpreise verändern sich ständig und hängen von Reisezeit, Nachfrage, Verbindung und Abflughafen ab. Wir würden deshalb nicht monatelang auf den vermeintlich perfekten Preis warten. Sobald deine Reisedaten weitgehend feststehen, vergleiche verschiedene Termine und Abflughäfen – und wenn Preis, Flugzeit und Airline für dich passen, kannst du zuschlagen. Besonders rund um Ferien und Feiertage würden wir nicht zu lange warten.

Unser Tipp: Betrachte Flug, Route und Fahrzeug nicht getrennt voneinander, sondern als Einheit. Wo möchten wir starten, wo soll die Reise enden, wo können wir den Camper übernehmen und zurückgeben – und welche Flugverbindung passt dazu am besten? Damit sparst du dir im besten Fall unnötige Inlandsflüge, zusätzliche Übernachtungen und lange Transfers.

Welche Reiseversicherung brauchst du für Australien?

Australien gehört zu den Ländern, bei denen wir bei der Reiseversicherung nicht sparen würden.

Nicht, weil Australien ein besonders gefährliches Reiseland wäre. Sondern weil du im Krankheitsfall sehr weit von zu Hause entfernt bist und medizinische Behandlungen oder sogar ein Rücktransport schnell teuer werden können.

Das Auswärtige Amt empfiehlt deshalb ausdrücklich eine Auslandsreisekrankenversicherung inklusive Rückholversicherung.

Hinzu kommt: Zwischen Deutschland und Australien besteht kein entsprechendes Krankenversicherungsabkommen. Deutsche Urlauber haben deshalb normalerweise keinen Anspruch auf das australische Medicare-System.

Die wichtigste Versicherung Australien: Auslandskrankenversicherung

Wenn du für deine Australien-Reise nur eine zusätzliche Versicherung abschließt, sollte es diese sein. Achte darauf, dass sie folgende Leistungen abdeckt:

  • ambulante Behandlungen sowie Krankenhausaufenthalte und Operationen
  • ärztlich verschriebene Medikamente
  • medizinisch notwendige Krankentransporte
  • Rettungs- und gegebenenfalls Bergungskosten
  • einen medizinisch sinnvollen Rücktransport nach Deutschland

Gerade der letzte Punkt ist wichtig. Gute Tarife übernehmen den Rücktransport bereits dann, wenn er medizinisch sinnvoll und vertretbar ist – und nicht erst, wenn er zwingend notwendig wird.

Aktivitäten und Vorerkrankungen prüfen. Australien ist ein Outdoor-Land. Wandern, Schnorcheln am Great Barrier Reef, Tauchen, Surfen oder Kajakfahren gehören für viele Reisende einfach dazu. Wenn du solche Aktivitäten planst, lohnt sich ein Blick darauf, ob sie abgedeckt sind. Das Gleiche gilt bei bestehenden Erkrankungen oder regelmäßig benötigten Medikamenten. Hier würden wir uns niemals nur auf eine kurze Leistungsübersicht auf der Website verlassen, sondern im Zweifel direkt in die Versicherungsbedingungen schauen.

Unsere Empfehlung: HanseMerkur Auslandskrankenversicherung

Wir haben selbst schon die Auslandskrankenversicherung der HanseMerkur genutzt und waren bisher immer zufrieden. Insgesamt haben wir drei Rechnungen eingereicht, die alle erstattet wurden. Bis das Geld auf unserem Konto war, hat es jeweils ungefähr drei Wochen gedauert.

adam auf krücken

Deshalb können wir dir die HanseMerkur aus eigener Erfahrung empfehlen.

Die Versicherung deckt je nach Tarif unter anderem medizinisch notwendige Behandlungen, Medikamente und einen medizinisch sinnvollen Rücktransport nach Deutschland ab. Dazu gibt es einen deutschsprachigen Notruf-Service, den du rund um die Uhr erreichen kannst.

Achte bei der Auswahl auf die Reisedauer: Die Jahres-Auslandskrankenversicherung gilt bei der HanseMerkur für maximal 56 Tage pro Reise. Für längere Australien-Aufenthalte gibt es eine separate Versicherung für Einzelreisen von bis zu 365 Tagen.

→ Auslandskrankenversicherung der HanseMerkur ansehen und Beitrag berechnen

Welche Leistungen genau enthalten sind, hängt vom gewählten Tarif ab. Schau deshalb vor dem Abschluss noch einmal in die Versicherungsbedingungen.

Reiserücktritt, Reiseabbruch und Gepäck

Eine Reiserücktrittsversicherung würden wir nicht grundsätzlich jedem empfehlen. Hier kommt es darauf an, wie viel Geld du bereits vor der Reise bezahlst: Langstreckenflüge, Camper, Hotels, Touren und Inlandsflüge summieren sich schnell.

Unser Tipp: Addiere vor dem Abschluss einmal alle Kosten, die du bei einer kurzfristigen Absage tatsächlich verlieren würdest. Dann kannst du viel besser entscheiden.

Wenn du eine abschließt, würden wir zusätzlich auf den Reiseabbruch achten. Der Unterschied ist einfach: Die Reiserücktrittsversicherung greift vor Reisebeginn, eine Reiseabbruchversicherung wird relevant, wenn du deine bereits begonnene Reise aus einem versicherten Grund vorzeitig beenden musst.

Bei einer Reisegepäckversicherung sind wir deutlich zurückhaltender. Schau dir vorher genau an, was tatsächlich versichert ist, welche Höchstbeträge gelten und welche Ausschlüsse bestehen – gerade bei Smartphones, Kameras und Laptops. Überlege zuerst: Was ist dein Gepäck tatsächlich wert – und welchen Verlust könntest du selbst tragen?

Camper- und Mietwagenversicherung: Hier wird es schnell teuer

Eine Reiseversicherung ersetzt nicht die Versicherung deines Mietwagens oder Campers. Gerade bei Campern können Selbstbeteiligung und Kaution mehrere Tausend australische Dollar betragen. Außerdem sind typische Schäden an Windschutzscheibe, Reifen, Dach oder Unterboden nicht in jedem Versicherungspaket enthalten.

Deshalb würden wir die Fahrzeugversicherung immer separat prüfen – und nicht einfach davon ausgehen, dass mit der Buchung automatisch alle wichtigen Schäden abgedeckt sind.

Was Selbstbeteiligung und Kaution bedeuten, worauf du bei den verschiedenen Versicherungspaketen achten solltest und welche Erfahrungen wir selbst mit einem Steinschlag gemacht haben, erklären wir ausführlich hier:

→ Camper-Versicherung in Australien: Selbstbeteiligung, Kaution & unsere Erfahrung

Was kostet eine Australien-Reise?

Wie teuer deine Australien-Reise wird, hängt stark davon ab, wann und wie du reist. Besonders Flug, Camper beziehungsweise Mietwagen und Übernachtungen machen einen großen Teil des Budgets aus.

Für einen Economy-Hin- und Rückflug von Deutschland würden wir derzeit grob mit 1.000 bis 1.600 Euro pro Person rechnen. Bei einem Roadtrip kommt vor allem das Fahrzeug hinzu: Camper können je nach Saison, Größe und Strecke erheblich im Preis schwanken, ebenso Mietwagen und Unterkünfte.

Gerade bei Campern lohnt es sich deshalb, frühzeitig Preise zu vergleichen. Wir nutzen dafür unseren Partner bestCAMPER.

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Hinzu kommen Ausgaben für Campingplätze oder Hotels, Benzin, Essen, Aktivitäten, Versicherungen und eine Reserve. Wie groß diese Posten werden, hängt stark von deinem Reisestil und deiner Route ab.

Für drei Wochen zu zweit landest du mit einem realistischen Budget inklusive Flügen damit bei rund 9.000 Euro. In unserem ausführlichen Kosten-Guide zeigen wir dir aktuelle Richtwerte, Tagesbudgets und konkrete Beispielrechnungen:

→ Was kostet ein Australien-Urlaub? Kosten, Tagesbudget & Beispielrechnungen

Ein Spartipp gehört für uns trotzdem schon hierher: Plane lieber weniger Strecke. Eine kompaktere Route spart nicht nur Sprit, sondern häufig auch Miettage, Einweggebühren und zusätzliche Inlandsflüge.

Welche Region passt zu deiner Australien-Reise?

Wenn du weißt, wann du reisen möchtest und wie viel Zeit du hast, kommt wahrscheinlich der schönste Teil der Planung: Wo möchtest du eigentlich hin?

Sydney, Great Barrier Reef, Melbourne, Great Ocean Road, Uluru, Perth, Ningaloo Reef, Kakadu Nationalpark – am liebsten würde man alles miteinander verbinden. Können wir gut verstehen. Ging uns früher genauso.

Mittlerweile würden wir aber immer wieder denselben Rat geben: Entscheide dich lieber für eine Region und erkunde diese richtig. Australien ist einfach zu groß für klassisches „Sightseeing-Hopping“. Aus einem entspannten Roadtrip wird sonst schnell eine Aneinanderreihung langer Fahrtage.

Für die erste Eingrenzung hilft dir diese Übersicht:

RegionPasst zu dir, wenn du …
Ostküste (New South Wales & Queensland)zum ersten Mal in Australien bist und Städte, Strände, Regenwald und Riff verbinden möchtest
Queensland & tropischer Nordenvor allem Strand, Inseln, Schnorcheln und das Great Barrier Reef suchst
Südküste (New South Wales & Victoria)einen kompakten Küsten-Roadtrip mit Nationalparks und Wanderungen möchtest
Westküste (Western Australia Richtung Norden)Natur und Weite wichtiger findest als Großstädte und mit langen Etappen gut klarkommst
Südwesten ab PerthWestern Australia erleben willst, ohne tausende Kilometer zu fahren
Süden (Victoria & South Australia)Küstenlandschaften, Wanderungen und zwei interessante Städte kombinieren möchtest
Top End (Darwin, Kakadu, Litchfield)tropische Nationalparks, Wasserfälle und Feuchtgebiete sehen willst
Red Centre (Alice Springs, Uluru)Outback und Uluru als eigenen Reiseabschnitt einplanst statt als Abstecher
Tasmaniengerne wanderst, einen Rundkurs bevorzugst und kurze Tagesetappen möchtest

Zwei Regionen in einer Reise zu verbinden funktioniert – aber deutlich seltener, als es auf der Karte aussieht. Ost- und Westküste zusammen bedeuten immer einen Inlandsflug. Uluru als schnellen Zwischenstopp in eine Küstenroute zu quetschen, würden wir grundsätzlich nicht machen.

Unsere persönliche Einschätzung

Wenn du uns fragst, welche Seite Australiens uns am meisten gepackt hat, müssen wir nicht lange überlegen: Western Australia.

Unsere erste Australien-Reise führte uns 2012 an die Westküste – und genau dort hat uns das Australien-Fieber endgültig erwischt. Inzwischen sind wir von Perth bis nach Exmouth gefahren, haben den Südwesten erkundet und mehrere Monate in Perth gelebt. Perth ist bis heute unsere Lieblingsstadt.

Trotzdem würden wir für eine erste Australien-Reise meistens zur Ostküste raten. Die Abwechslung ist enorm, die touristische Infrastruktur sehr gut, und die schönsten Momente sind oft die kleinen Stopps. Im Booderee Nationalpark bei Jervis Bay haben wir an einem einzigen Tag Kängurus, einen Ameisenigel und eine Braunschlange gesehen. Falls du zwischen beiden Küsten schwankst, haben wir sie hier direkt gegenübergestellt.

Eines haben wir dabei allerdings gelernt, und zwar auf die unangenehme Art: Region, Reisezeit und Fahrzeug gehören zusammen. Wir waren eine Woche im Top End unterwegs – am Übergang von der Regen- zur Trockenzeit. Das Wetter war bereits gut, im Kakadu Nationalpark standen aber noch große Gebiete unter Wasser, Straßen waren gesperrt und einige Strecken nur mit einem 4WD zulässig.

Von der Region zur konkreten Route

Steht deine Region fest, wird aus der Planung eine sehr konkrete Frage: Welche Strecke fährst du in deiner verfügbaren Zeit tatsächlich – und wie viele Fahrtage bedeutet das?

Genau dafür haben wir einen eigenen Guide geschrieben. Dort findest du alle infrage kommenden Strecken nach Reisedauer sortiert, unsere Reisezeit-Empfehlung für jede einzelne Route und die Frage, wie viele Kilometer pro Tag wirklich sinnvoll sind.

→ Australien Roadtrip: Die besten Routen für 2, 3 und 4 Wochen

Vier Routen haben wir zusätzlich Tag für Tag ausgearbeitet:

Die ersten drei enden nicht dort, wo sie beginnen. Beim Südwesten gibst du das Fahrzeug dagegen dort zurück, wo du es übernommen hast, und sparst dir damit die Einweggebühr. Was das für die Fahrzeugbuchung bedeutet, klären wir gleich im nächsten Abschnitt.

Camper, Mietwagen oder Bus: Wie möchtest du reisen?

Wenn deine Route steht, kommt die nächste große Entscheidung: Wie möchtest du Australien bereisen?

Wir selbst sind in Australien immer mit Camper oder Mietwagen unterwegs und haben beides auf verschiedenen Reisen ausführlich ausprobiert. Unsere Faustregel: Für einen längeren Roadtrip durch die Natur nehmen wir den Camper, für Städte, kürzere Rundreisen oder feste Unterkünfte den Mietwagen. Und manchmal kombinieren wir einfach beides.

Camper: maximale Freiheit auf deinem Roadtrip

Der Camper gehört für uns einfach zu Australien. Bett, Küche und Vorräte sind immer dabei, und gefällt es dir irgendwo besonders gut, bleibst du einfach einen Tag länger. Dazu kommen die kleinen Begegnungen: Kängurus am Morgen, Possums am Abend und Kakadus, die beim Frühstück vorbeischauen.

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Ein Camper ist aber kein Hotelzimmer auf Rädern. Der Platz ist begrenzt, und je länger die Reise dauert, desto wichtiger wird der Komfort. Welches Fahrzeug zu dir passt, worauf du bei der Buchung achten solltest und wann sich ein 4WD lohnt, erklären wir hier:

→ Camper mieten in Australien: Unsere Tipps zur Auswahl und Buchung

Verschiedene Vermieter wie Maui, Britz, Apollo oder Jucy vergleichst du am einfachsten über unseren Partner bestCAMPER:

→ Camper für Australien vergleichen und buchen

Für 4WD-Reisen entlang der Westküste arbeiten wir außerdem mit einem familiengeführten Spezialisten in Perth zusammen, mit Übernahme und Rückgabe unter anderem in Perth, Broome und Darwin:

→ 4WD-Camper für Western Australia ansehen

4wd in australien

Mietwagen: komfortabler und oft unkomplizierter

Mit dem Mietwagen bist du in Städten wendiger und musst dich nicht um Campingplätze oder Stromanschlüsse kümmern. Bei den reinen Mietkosten ist er meist günstiger, dafür kommen Übernachtungen hinzu. Bei unseren eigenen Reisen lagen die Gesamtkosten beider Varianten deshalb oft gar nicht so weit auseinander.

→ Mietwagen oder Camper in Australien? Unser Vergleich

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Australien ohne Auto: Geht das auch?

In den großen Städten kommst du mit Bus und Bahn gut zurecht, und für Backpacker kann auch der Fernbus eine Alternative sein. Wenn du aber wegen der Landschaften, Nationalparks und einsamen Strände nach Australien kommst, würden wir dir fast immer zu einem eigenen Fahrzeug raten. Denn gerade die spontanen Abzweigungen, bei denen man sich fragt „Was ist eigentlich da hinten?“, machen einen Roadtrip aus.

→ Australien mit dem Bus bereisen: Unsere Erfahrungen und Tipps

Unterkünfte und Campingplätze

Wenn du mit dem Mietwagen unterwegs bist, kommen vor allem Hotels, Motels, Apartments und Ferienwohnungen infrage. Wir selbst mieten bei längeren Aufenthalten gerne eine Ferienwohnung. Eine eigene Küche, mehr Platz und die Möglichkeit, sich zwischendurch wie „zu Hause“ einzurichten, empfinden wir dann als großen Vorteil.

Mit dem Camper übernachtest du dagegen meist auf:

  • klassischen Caravan Parks und Holiday Parks
  • einfachen Campingplätzen
  • Nationalpark-Campgrounds
  • ausgewiesenen kostenlosen oder günstigen Stellplätzen

Worin sich diese Platzarten unterscheiden, was sie ungefähr kosten und was dich jeweils erwartet, haben wir hier zusammengestellt:

→ Campingplätze in Australien: Die verschiedenen Platzarten im Überblick

Außerhalb der Hauptreisezeiten sind wir gerne flexibel und entscheiden teilweise erst unterwegs, wo wir übernachten. In beliebten Regionen und während der australischen Schulferien würden wir uns darauf allerdings nicht verlassen, sondern beliebte Plätze zumindest einige Tage im Voraus reservieren.

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Wildcampen ist nicht überall erlaubt. Nur weil Australien riesig ist, darfst du deinen Camper nicht einfach überall für die Nacht abstellen. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesstaat, Gemeinde und Region. Achte deshalb immer auf die Beschilderung und nutze offizielle beziehungsweise ausgewiesene Übernachtungsplätze.

Ein Nachteil ist das aber nicht. Gerade in Nationalparks gibt es oft wunderschön gelegene Campgrounds: einfacher ausgestattet als ein Holiday Park, dafür mitten in der Natur. Für uns sind genau diese Plätze häufig die schönsten Übernachtungen einer Australien-Reise.

Unser Tipp: Plane bei deiner Route nicht nur die Sehenswürdigkeiten, sondern wirf vorher auch einen Blick darauf, welche Übernachtungsmöglichkeiten entlang der Strecke liegen. Besonders in abgelegenen Regionen können zwischen zwei geeigneten Campingplätzen schnell größere Entfernungen liegen.

Packen für Australien: Das Wichtigste in Kürze

Beim Packen gilt aus unserer Erfahrung vor allem eines: Nimm weniger mit, als du zunächst denkst.

Gerade auf einem längeren Roadtrip musst du nicht Kleidung für mehrere Wochen einpacken. Waschmaschinen und Trockner findest du auf vielen Campingplätzen, in Unterkünften und in Städten problemlos.

Besonders wichtig sind natürlich:

  • Reisepass und Visum
  • Führerschein und gegebenenfalls internationaler Führerschein
  • Kreditkarte
  • passende Kleidung für deine Route und Reisezeit
  • Sonnen- und Regenschutz
  • feste Schuhe
  • persönliche Medikamente
  • Reiseadapter
  • Smartphone, Ladekabel und gegebenenfalls Kamera
  • kleiner Tagesrucksack

Wenn du mit dem Camper unterwegs bist, würden wir außerdem eher zu weichen Taschen oder einem Rucksack statt zu großen Hartschalenkoffern raten. Sie lassen sich im begrenzten Stauraum deutlich einfacher unterbringen.

→ Australien-Packliste: Was du für deine Reise wirklich brauchst

Unser Tipp: Passe deine Packliste immer an deine konkrete Route an. Für den tropischen Norden brauchst du teilweise ganz andere Kleidung als für Melbourne oder Tasmanien im australischen Winter.

Lieber gezielt packen als für jede denkbare Situation etwas mitzuschleppen.

SIM-Karte und Internet in Australien

Google Maps für die Navigation, Campingplätze suchen, Wetter checken oder schnell die nächste Tankstelle finden: Auf einem Australien-Roadtrip möchten wir auf mobiles Internet nicht mehr verzichten.

Grundsätzlich hast du die Wahl zwischen einer australischen Prepaid-SIM und einer eSIM, die du teilweise bereits vor der Abreise einrichten kannst. Eine eSIM finden wir besonders praktisch, wenn du direkt nach der Landung online sein möchtest, ohne nach dem langen Flug erst einen Mobilfunkshop zu suchen.

Wichtiger als ein paar Gigabyte mehr oder weniger ist für uns allerdings die Frage: Welches Netz funktioniert entlang deiner Route?

Australien ist riesig und selbst das beste Mobilfunknetz deckt längst nicht jede abgelegene Region ab. Telstra besitzt weiterhin das größte Netz und bietet insbesondere in regionalen und abgelegenen Gebieten die umfangreichste Abdeckung. Optus und Vodafone können je nach Route interessante Alternativen sein.

Unser Tipp: Wenn dein Roadtrip in abgelegenere Regionen, ins Outback oder entlang der Westküste führt, prüfe die Netzabdeckung für deine geplante Route vor der Reise besonders genau. Lade dir zusätzlich Offline-Karten aufs Smartphone. Dann funktioniert die Navigation auch dort, wo du keinen Empfang hast.

→ SIM-Karte für Australien: Anbieter, Netz, Preise und unsere Tipps

Ein günstiger Tarif bringt dir wenig, wenn du genau dort keinen Empfang hast, wo du unterwegs bist.

Geld, Kreditkarte und Bezahlen in Australien

Die Währung ist der Australische Dollar (AUD). Bezahlen ist für Reisende unkompliziert: Kredit- und Debitkarten werden sehr häufig genutzt, kontaktloses Bezahlen mit Smartphone oder Smartwatch ist weit verbreitet. 2025 wurden rund 73 Prozent aller Zahlungen in Australien mit Karten getätigt.

Trotzdem würden wir nie komplett ohne Bargeld reisen. Gerade auf einem längeren Roadtrip oder in abgelegeneren Regionen ist eine kleine Reserve sinnvoll.

Ideal ist eine Kredit- oder Debitkarte, bei der möglichst keine Fremdwährungsgebühren anfallen und mit der du günstig oder kostenlos Bargeld abheben kannst. Wir würden außerdem immer mindestens zwei Karten mitnehmen und getrennt voneinander aufbewahren. Wird eine Karte gesperrt, verloren oder von einem Automaten eingezogen, hast du direkt eine Alternative.

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Bargeld bekommst du problemlos an Geldautomaten, den sogenannten ATMs. Dabei können zwei Gebühren entstehen: eine deiner eigenen Bank und eine zusätzliche des australischen Betreibers. Prüfe deshalb schon vor der Reise die Konditionen deiner Bank.

Und wenn dir ein Automat anbietet, den Betrag direkt in Euro umzurechnen: Wähle in der Regel die Abrechnung in Australischen Dollar. So übernimmt dein eigener Kartenanbieter die Währungsumrechnung und nicht der Geldautomatenbetreiber. Das ist meistens günstiger.

Welche Karten sich für Australien wirklich lohnen und worauf du am Automaten sonst noch achten solltest, haben wir hier zusammengestellt:

→ Geld abheben in Australien: Unsere Tipps für ATMs und Kreditkarten

Für unsere Reisen setzen wir auf eine Kombination: Kredit- oder Debitkarte für den Alltag + zweite Karte als Backup + etwas Bargeld für den Notfall.

Selbst fahren in Australien: Das solltest du vorher wissen

Für uns gehört das Autofahren zu einer Australien-Reise einfach dazu. Inzwischen haben wir viele tausend Kilometer auf australischen Straßen zurückgelegt. Die wichtigsten Punkte vorab:

  • Linksverkehr: Daran gewöhnt man sich erstaunlich schnell. Plane für den ersten Tag nach der Fahrzeugübernahme trotzdem lieber eine kürzere Etappe.
  • Führerschein: Nimm zusätzlich zum deutschen immer einen internationalen Führerschein mit – er gilt nur zusammen mit deinem normalen.
  • Nicht in der Dämmerung fahren: Vor allem außerhalb der Städte sind dann Kängurus und andere Tiere auf der Straße unterwegs.
  • Entfernungen ernst nehmen: Zwischen zwei Tankstellen können große Distanzen liegen. Lieber einmal zu früh tanken und immer genug Wasser dabeihaben.
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Welche Regeln in den einzelnen Bundesstaaten gelten, wie du Roadtrains sicher überholst und worauf du bei Gravel Roads achten musst, haben wir hier gesammelt:

→ Autofahren in Australien: Linksverkehr, Führerschein und unsere Tipps

Und irgendwann passiert das, was uns nach längerer Zeit in Australien regelmäßig passiert: Du kommst zurück nach Hause – und musst dich plötzlich wieder daran erinnern, rechts zu fahren.

Sicherheit, gefährliche Tiere und typische Risiken

Kaum ein Reiseziel wird so stark mit gefährlichen Tieren verbunden wie Australien.

Schlangen, Spinnen, Haie, Krokodile und Quallen gehören tatsächlich zur australischen Tierwelt. Trotzdem solltest du dich davon nicht verrückt machen lassen. Die Wahrscheinlichkeit, auf deiner Reise ernsthaft durch ein Tier verletzt zu werden, ist sehr gering. Selbst die Regierung von Queensland weist darauf hin, dass schwere Zwischenfälle im Verhältnis zu anderen Risiken selten sind.

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Viel wichtiger ist, dass du einige einfache Regeln beachtest und Warnschilder ernst nimmst.

Gefährliche Tiere: Abstand halten und nichts anfassen. Wenn du eine Schlange siehst, halte Abstand und lass ihr genügend Platz. Versuche niemals, sie zu fangen oder zu vertreiben. Dasselbe gilt für Spinnen und Meerestiere. Im tropischen Norden solltest du zusätzlich Hinweise zu Krokodilen und Quallen besonders ernst nehmen und nicht einfach in Flüssen, Billabongs oder abgelegenen Gewässern schwimmen gehen.

→ Giftige und gefährliche Tiere in Australien: Was du wirklich wissen musst

Das Meer wird oft unterschätzt. Eine Gefahr, die deutlich weniger Aufmerksamkeit bekommt als Haie, sind Rip Currents — starke Strömungen, die dich vom Strand aufs offene Wasser ziehen können. Sie gehören zu den häufigsten Gefahren an australischen Stränden. Surf Life Saving Australia empfiehlt deshalb, an bewachten Stränden immer zwischen den roten und gelben Flaggen zu schwimmen. Wenn ein Strand gesperrt ist oder Warnschilder aufgestellt wurden, würden wir diese niemals ignorieren.

Hitze, Sonne und Buschfeuer nicht unterschätzen. Australien kann extrem heiß werden, besonders im Outback und während des australischen Sommers. Wenn du wanderst oder längere Strecken fährst, solltest du immer genügend Wasser dabeihaben. Gerade in abgelegenen Nationalparks kann Hilfe im Notfall lange brauchen. Bei heißem, trockenem und windigem Wetter können sich außerdem schnell Brände entwickeln und Straßen oder ganze Regionen kurzfristig unzugänglich machen. Wenn du während der Bushfire Season unterwegs bist, verfolge lokale Warnungen. Dasselbe gilt für Überschwemmungen und Zyklone im tropischen Norden.

Im Notfall: 000. Über Triple Zero erreichst du Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst. Gerade bei Roadtrips in abgelegene Regionen würden wir außerdem immer darauf achten, dass jemand weiß, wohin wir fahren und wann wir ungefähr zurückkommen.

Lass dich von Geschichten über Schlangen, Spinnen und Haie also nicht von einer Australien-Reise abhalten. Für uns sind andere Dinge im Reisealltag mindestens genauso wichtig: lange Fahrstrecken, Hitze, starke Meeresströmungen, abgelegene Regionen und extremes Wetter.

Wenn du Warnschilder ernst nimmst, dich vor Touren kurz informierst und nicht leichtsinnig wirst, kannst du Australien sehr entspannt bereisen.

Unsere wichtigsten Tipps aus eigener Erfahrung

Wir waren inzwischen mehrmals in Australien und haben meistens rund drei Monate am Stück im Land verbracht. Dabei haben wir vieles richtig gemacht. Aber definitiv nicht alles.

Wenn wir heute noch einmal unsere erste große Australien-Reise planen würden, gäbe es ein paar Dinge, die wir anders machen würden.

1. Plane nicht jeden Tag im Voraus. Wir haben eine grobe Route im Kopf und erledigen wichtige Buchungen vorher. Aber wir lassen bewusst Lücken im Reiseplan. Denn unterwegs verändert sich fast immer etwas: ein Tipp von anderen Reisenden, schlechtes Wetter, ein Ort, der dir viel besser gefällt als erwartet.

2. Nimm dir weniger Strecke vor. Drei Monate klingen nach unglaublich viel Zeit. Für Cairns bis Perth waren sie es trotzdem nicht. Unser Ziel ist deshalb nicht mehr: Wie viel können wir sehen? Sondern: Wie viel Zeit möchten wir an den Orten verbringen, die wir sehen?

3. Spare nicht an den Dingen, die deine gesamte Reise beeinflussen. Ein Langstreckenflug, auf dem du dich 20 Stunden unwohl fühlst, bedeutet einen schlechten Start. Und ein Camper, der ein paar hundert Euro günstiger ist, aber nicht zu deinem Reisestil passt, begleitet dich möglicherweise mehrere Wochen. Wir sparen lieber an Dingen, die uns nicht wichtig sind, und investieren dort mehr, wo es unsere Reise wirklich besser macht.

4. Fahre Australien nicht einfach nur ab. Wenn jeder zweite Tag hauptsächlich aus Autofahren besteht, passt die Route vermutlich nicht zur verfügbaren Zeit. Du musst nicht jeden Kilometer deiner Reise mit einem Highlight füllen. Manchmal ist genau der Tag ohne großes Programm derjenige, an den du dich später erinnerst.

5. Lass dich darauf ein, nicht alles zu sehen. Vielleicht ist das am Anfang die schwierigste Erkenntnis: Du wirst bei einer Australien-Reise etwas verpassen. Eigentlich sogar ziemlich viel. Selbst nach mehreren Reisen gibt es noch Regionen, die wir nicht kennen. Das stört uns heute überhaupt nicht mehr.

Und wenn am Ende noch etwas übrig bleibt? Dann gibt es eben einen Grund, wiederzukommen.

Bei uns hat das jedenfalls ziemlich gut funktioniert.

Hast du noch Fragen zu deiner Australien-Reise? Schreib uns gerne einen Kommentar oder werde Mitglied in unserer kostenlosen Facebook-Gruppe, in der du dich mit anderen Australien-Reisenden austauschen kannst!

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