
Über australisches Essen hört man vorher meistens zwei Dinge: Es sei alles britisch und es sei teuer.
Beides stimmt nur halb.
Die britische Prägung gibt es, aber sie ist nicht mehr die ganze Geschichte. Und ob Australien teuer wird, hast du zu einem großen Teil selbst in der Hand – es macht einen erheblichen Unterschied, ob du dreimal am Tag essen gehst oder überwiegend selbst kochst.
Was uns nach mehreren Monaten im Land am meisten aufgefallen ist: Essen findet in Australien oft draußen statt. In fast jedem Park steht eine öffentliche Grillstation, die jeder kostenlos benutzen darf. Am Wochenende sind die belegt, und zwar nicht von Touristen, sondern von Familien mit Kühlbox und Klappstühlen.
Unsere eigenen liebsten Essenserinnerungen aus Australien passen genau dazu: Fish & Chips direkt am Wasser am Mara Mia Walkway in Batemans Bay, während uns ein Pelikan beim Mittagessen zuschaute. Ein BBQ am Abend im Booderee Nationalpark, bei dem uns ein Possum Gesellschaft leistete. Und eine ganze Wassermelone in Exmouth, weil bei über 40 Grad einfach nichts anderes ging.

In diesem Artikel findest du beides: was typisch australisch auf den Tisch kommt – und was du praktisch wissen musst, damit die Verpflegung unterwegs weder kompliziert noch teuer wird.
Typisch australisch: Was auf den Tisch kommt
Die australische Küche hat britische Wurzeln. Der Meat Pie – eine Blätterteigtasche mit Hackfleischfüllung – gilt bis heute als Nationalgericht und wird an Tankstellen, in Bäckereien und beim Sport verkauft. Dazu Fish & Chips, die du an praktisch jedem Küstenort bekommst, oft direkt am Wasser.
Seitdem hat sich einiges getan. Italienische, griechische, libanesische und vor allem asiatische Einwanderer haben die Küche verändert, und in den Städten findest du heute eine Auswahl, die mit jeder europäischen Großstadt mithält. Frische Produkte, viel Fisch und Meeresfrüchte, gutes Gemüse.
Das eigentliche Nationalgericht ist aber keins: Es ist das BBQ, australisch „Barbie“. Gegrillt wird im Garten, am Strand und in Parks – und zwar nicht nur Rind und Lamm, sondern auch Känguru, Krokodil, Fisch und Garnelen. Känguru schmeckt kräftig und ist sehr mager; du bekommst es ganz normal im Supermarkt.

Vegemite: der Test, den jeder machen muss
An Vegemite kommst du nicht vorbei. Der dunkelbraune Brotaufstrich aus Hefeextrakt steht in jedem Supermarkt und in praktisch jedem australischen Haushalt.
Er schmeckt intensiv salzig und herzhaft – am ehesten wie ein Maggi-Würfel, den man aufs Brot streicht. Die meisten Europäer verziehen beim ersten Mal das Gesicht.

Der Grund dafür ist meist ein Anwendungsfehler: Australier streichen Vegemite hauchdünn auf gebuttertes Toast. Wer es wie Nutella aufträgt, hat keine Chance. Probier es einmal richtig, bevor du dir ein Urteil bildest.
Tim Tams: das beste Mitbringsel
Tim Tams sind mit Schokolade überzogene Doppelkekse und der heimliche Nationalstolz Australiens. Es gibt sie in unzähligen Sorten, von Original über Caramel bis zu wechselnden Saisonvarianten.
Und es gibt eine Methode, die dir jeder Australier zeigen wird: den Tim Tam Slam. Du beißt an zwei gegenüberliegenden Ecken jeweils ein kleines Stück ab, saugst durch den Keks heißen Kaffee oder Tee wie durch einen Strohhalm – und isst ihn, kurz bevor er in sich zusammenfällt. Klingt albern, funktioniert aber.

Als Mitbringsel sind Tim Tams unschlagbar: leicht, günstig und in Deutschland kaum zu bekommen. Wir nehmen jedes Mal mehrere Packungen mit.
Was du außerdem probieren solltest
- Lamingtons – Biskuitwürfel mit Schokoglasur und Kokosraspeln, ein Klassiker in jeder Bäckerei
- Pavlova – Baiser-Torte mit Sahne und frischen Früchten; ob sie australisch oder neuseeländisch ist, wird bis heute gestritten
- Australischer Honig – Australien gehört zu den großen Honigproduzenten; besonders lohnt sich der Kauf an den Ständen am Straßenrand
- Barramundi – der bekannteste australische Speisefisch, vor allem im Norden auf jeder Speisekarte
Einkaufen im Supermarkt
Für einen Roadtrip ist der Supermarkt wichtiger als jedes Restaurant. Und die Preisunterschiede zwischen den Läden sind größer, als du vielleicht erwartest.
Coles und Woolworths sind die beiden großen Ketten und in praktisch jeder Stadt vertreten. Das Sortiment ist vergleichbar, die Preise ebenfalls. Beide haben eigene Billigmarken, die deutlich günstiger sind als die Markenprodukte.
Aldi gibt es ebenfalls, allerdings nicht überall – vor allem im Osten und Süden. Wo es einen gibt, lohnt sich der Stopp, das Preisniveau liegt spürbar unter Coles und Woolworths.
IGA ist der Laden, den du in kleineren Orten findest, wenn sonst nichts da ist. Praktisch, aber deutlich teurer. Das gilt besonders für abgelegene Regionen und Roadhouses, wo Grundnahrungsmittel schnell das Doppelte kosten.
Unser Vorgehen ist deshalb immer dasselbe: In größeren Orten den Vorrat auffüllen, statt sich unterwegs in kleinen Läden zu versorgen. Wenn du weißt, dass du ein paar Tage im Nationalpark oder in abgelegenen Regionen unterwegs bist, kaufst du vorher ein.
Was gut und was teuer ist
Günstig sind Fleisch, Brot, Milchprodukte, Eier und Nudeln. Beim Fleisch ist das Preis-Leistungs-Verhältnis oft besser als in Deutschland – kein Wunder in einem Land, das vor allem für Rind und Lamm bekannt ist.
Teurer als gewohnt sind Obst und Gemüse, vor allem außerhalb der Saison und in entlegenen Regionen. Ebenfalls teuer: alles Importierte, Käse und Alkohol.
Ein Tipp am Rande: An vielen Straßen stehen kleine, unbesetzte Verkaufsstände von Farmen – Obst, Gemüse, Honig, Eier. Du legst das Geld in eine Box und nimmst dir, was du brauchst. Das ist meistens günstiger als der Supermarkt, frischer sowieso, und es macht einfach Spaß.
Öffnungszeiten
Die Supermärkte in den Städten haben lange geöffnet, häufig von 7 oder 8 Uhr bis 21 oder 22 Uhr, und zwar auch am Sonntag. Das ist deutlich entspannter als in Deutschland.
In kleineren Orten sieht es anders aus. Dort kann um 17 oder 18 Uhr Schluss sein, und am Sonntag bleibt der Laden manchmal ganz zu. Verlass dich in abgelegenen Regionen also nicht darauf, abends noch etwas zu bekommen.
Eine Besonderheit gilt in Western Australia: Dort sind die Öffnungszeiten gesetzlich stärker reguliert als im Rest des Landes, gerade außerhalb von Perth. Wir haben dort mehrfach vor verschlossenen Türen gestanden, weil wir das aus dem Osten anders gewohnt waren.
Was kostet Essen in Australien?
Die kurze Antwort: Es kommt darauf an, wie oft du auswärts isst.
Selbst zu kochen ist in Australien vergleichsweise günstig. Essen zu gehen dagegen kostet deutlich mehr als in Deutschland – nicht, weil das Essen teurer wäre, sondern weil die Löhne in der Gastronomie deutlich höher liegen. Dafür entfällt das Trinkgeld: Es ist in Australien nicht üblich und wird nicht erwartet.
Als Orientierung kannst du grob mit diesen Beträgen rechnen:
| Produkt/Mahlzeit | Preis |
|---|---|
| Kaffee (Flat White) | 5–6 AUD |
| Meat Pie, Bäckerei | 6–8 AUD |
| Fish & Chips | 15–25 AUD |
| Einfaches Essen im Pub | 20–30 AUD |
| Hauptgang im Restaurant | 30–45 AUD |
| Bier im Pub (Schooner) | 10–14 AUD |
| Flasche Wein im Bottleshop | ab 12 AUD |
| Wocheneinkauf für zwei Personen | 150–250 AUD |
Die Preise sind Richtwerte und liegen in Sydney, Melbourne und beliebten Küstenorten am oberen Ende. In kleineren Orten und Pubs abseits der Touristenregionen zahlst du oft weniger.
Ein Sonderfall sind abgelegene Regionen. In Roadhouses im Outback oder im hohen Norden können Getränke, Snacks und Sprit spürbar teurer sein – dort bezahlst du den Transportweg mit.
Unser Vorgehen auf dem Roadtrip
Wir planen für die Verpflegung immer einen Mix ein.
Frühstück und Abendessen kochen wir meistens selbst. Das ist einer der größten Vorteile am Camper: Küche, Kühlschrank und Vorräte sind immer dabei, und gerade abends auf einem Campingplatz mitten in der Natur wollen wir ohnehin nirgendwo mehr hinfahren.
Mittags wird es unterwegs oft einfach – Sandwiches, Obst, etwas aus der Bäckerei.
Und dann gibt es die Tage, an denen wir bewusst essen gehen. Fish & Chips direkt am Wasser gehören für uns zu Australien dazu, genauso wie ein Abend im Pub. Das planen wir aber ein, statt es dem Zufall zu überlassen.
Unterm Strich ist das nicht nur günstiger, sondern es macht die Male, an denen wir essen gehen, auch besonderer.
→ Was kostet ein Australien-Urlaub? Unsere Kosten und Beispielrechnungen
Die Getränke in Australien
Beim Trinken zeigt sich Australien von zwei Seiten: einer sehr entspannten und einer überraschend strengen.
Entspannt ist die Kaffeekultur. Sie gehört zu den besten der Welt, und selbst in kleinen Orten bekommst du einen guten Espresso.
Strenger als erwartet sind dagegen die Regeln rund um Alkohol. Wein und Bier kaufst du nicht im Supermarkt, sondern in eigenen Geschäften. Nicht jedes Restaurant darf Alkohol ausschenken. Und an vielen Stränden und in vielen Innenstädten darfst du gar nicht erst mit einer offenen Flasche unterwegs sein.
Beides solltest du vorher kurz kennen – dann stehst du weder ratlos vor der Kaffeekarte noch am falschen Ort vor einem leeren Kühlregal.
Kaffee bestellen in Australien
Australien hat eine der besten Kaffeekulturen der Welt. Das liegt vor allem an italienischen und griechischen Einwanderern, die ihre Espressokultur mitgebracht haben. Ketten wie Starbucks sind hier nie richtig angekommen – die guten Cafés sind kleine, unabhängige Läden.
Nur eines wirst du nicht finden: den Filterkaffee, wie du ihn aus Deutschland kennst. In Australien basiert praktisch jeder Kaffee auf Espresso.
Diese Bestellungen solltest du kennen:
- Flat White – Espresso mit heißer, fein aufgeschäumter Milch. Der australische Standardkaffee und am ehesten mit einem Cappuccino vergleichbar, aber mit weniger Schaum und dadurch kräftiger im Geschmack.
- Long Black – Espresso, über heißes Wasser gegossen. Ohne Milch, entspricht einem Americano. Das ist die Bestellung, die einem deutschen „normalen Kaffee“ am nächsten kommt.
- Short Black – ein einfacher Espresso.
- Latte – mehr Milch als beim Flat White, meist im Glas serviert.
- Cappuccino – gibt es auch, traditionell mit Schokopulver obendrauf.
- Piccolo – Espresso mit einem Schuss Milch im kleinen Glas.
Ein praktischer Hinweis: Wenn du deinen Kaffee mitnehmen willst, sag „takeaway“ dazu. Und wenn du auf Milchalternativen angewiesen bist, hast du in Australien leichtes Spiel – Soja-, Hafer- und Mandelmilch stehen in fast jedem Café zur Auswahl.
Unser Tipp: Bestell in den ersten Tagen einfach einen Flat White. Er ist der Kaffee, den die Australier selbst am häufigsten trinken, und er wird praktisch überall gut gemacht – auch in kleinen Orten und an Tankstellen entlang der Highways.
Alkohol kaufen und trinken
Der wichtigste Punkt zuerst: Alkohol bekommst du in Australien nicht im normalen Supermarkt. Wein, Bier und Spirituosen werden in eigenen Geschäften verkauft, den sogenannten Bottleshops oder Liquor Stores. Die größten Ketten heißen BWS, Dan Murphy’s und Liquorland.
Meistens liegen sie direkt neben dem Supermarkt oder gehören sogar zum selben Gebäude – aber eben mit eigenem Eingang und eigener Kasse. In Queensland sind die Regeln am striktesten, dort findest du Bottleshops häufig an Pubs angeschlossen.
Zwei praktische Hinweise: Nimm deinen Ausweis mit, auch wenn du deutlich über 18 bist. In Australien wird sehr konsequent kontrolliert, ein deutscher Personalausweis oder Reisepass reicht. Und plane den Einkauf mit ein, wenn du in abgelegene Regionen fährst – nicht jeder kleine Ort hat einen Bottleshop, und in manchen Gemeinden ist der Verkauf ganz eingeschränkt.
Trinken in der Öffentlichkeit ist nicht überall verboten, aber vielerorts. Viele Innenstädte, Parks und Strände sind als „alcohol-free zone“ oder „dry area“ ausgewiesen, und das wird auch durchgesetzt. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesstaat und sogar je nach Gemeinde, deshalb gilt: auf die Beschilderung achten. Wo nichts steht, ist es meist erlaubt – auf Campingplätzen etwa gibt es keine Probleme.
In Restaurants triffst du auf zwei Kennzeichnungen:
- Fully licensed – das Restaurant darf Alkohol ausschenken, du bestellst wie gewohnt.
- BYO (Bring Your Own) – das Restaurant hat keine Lizenz, du darfst deinen eigenen Wein mitbringen. Dafür wird ein kleines Korkgeld fällig, meist 5 bis 15 AUD pro Flasche. Oft gibt es einen Bottleshop gleich um die Ecke.
BYO klingt zunächst umständlich, ist aber häufig die günstigere Variante: Eine Flasche Wein aus dem Bottleshop kostet einen Bruchteil dessen, was du im Restaurant zahlst.
Wein und Bier
Australien ist eines der großen Weinländer der Welt. Die bekanntesten Anbaugebiete sind das Barossa Valley in South Australia, nordöstlich von Adelaide, die Margaret River Region südlich von Perth und das Hunter Valley nördlich von Sydney. Die wichtigsten Rebsorten sind Shiraz und Cabernet Sauvignon, bei den Weißweinen Chardonnay und Riesling.
Viele Weingüter bieten kostenlose oder günstige Verkostungen an – das lohnt sich als Tagesausflug auch dann, wenn du kein großer Weintrinker bist. Denk nur daran, dass die Promillegrenze in Australien bei 0,05 liegt und streng kontrolliert wird.
Beim Bier sind VB (Victoria Bitter), Carlton Draught, XXXX und Coopers die bekanntesten Marken. Dazu kommt eine sehr lebendige Craft-Beer-Szene, gerade in Melbourne, Perth und Fremantle.

Eine Eigenheit, die anfangs verwirrt: Die Gläsergrößen heißen in jedem Bundesstaat anders. Am häufigsten bestellst du einen Schooner (etwa 425 ml) oder ein Pint (570 ml). In Western Australia bekommst du mit einem „Middy“ rund 285 ml. Wenn du unsicher bist, zeig einfach auf das Glas .
Na denn, wohl bekomm´s!
Selbst kochen und grillen unterwegs
Die schönste Eigenheit Australiens beim Essen kostet nichts: öffentliche Grillstationen.
In fast jedem Park, an vielen Stränden, auf Rastplätzen und an Aussichtspunkten stehen Gasgrills, die jeder kostenlos benutzen darf. Meistens drückst du einen Knopf, die Platte heizt sich auf und schaltet sich nach einer Weile von selbst ab. Danach machst du sie sauber und der Nächste ist dran.
Wir haben das anfangs kaum glauben können – und es dann auf jeder Reise genutzt. Ein Steak am Strand zum Sonnenuntergang, ohne dass jemand dafür Geld verlangt, gehört für uns inzwischen genauso zu Australien wie die großen Sehenswürdigkeiten.
Zwei Dinge brauchst du dafür: etwas Küchenpapier oder einen Lappen zum Reinigen, und ein bisschen Geduld am Wochenende, wenn australische Familien dieselbe Idee haben.
Wenn du mit dem Camper unterwegs bist, hast du deine Küche ohnehin dabei. Auf Campingplätzen gibt es zusätzlich fast immer Gemeinschaftsküchen mit Herd, Mikrowelle und Spüle – praktisch, wenn dein Fahrzeug nur eine kleine Kochstelle hat oder es draußen regnet.
→ Campingrezepte für deinen Australien-Roadtrip
Fazit
Essen und Trinken in Australien ist unkompliziert. Die Supermärkte sind gut sortiert, die Kaffeekultur ist hervorragend, und mit dem Camper kochst du ohnehin meistens selbst.
Drei Dinge würden wir jedem mitgeben:
Kauf in größeren Orten ein, nicht unterwegs in kleinen Läden. Der Preisunterschied ist erheblich.
Denk daran, dass es Alkohol nur im Bottleshop gibt – und nicht in jedem kleinen Ort einen.
Und probier Vegemite wenigstens einmal. Dünn aufs gebutterte Toast, nicht wie Nutella.
Wie viel du am Ende für Verpflegung ausgibst, hast du selbst in der Hand. Wir planen immer einen Mix ein: selbst kochen, unterwegs etwas Einfaches – und zwischendurch bewusst essen gehen. Fish & Chips am Wasser sind es jedes Mal wert.
→ Was kostet ein Australien-Urlaub? Unsere Kosten und Beispielrechnungen
Was magst du am liebsten in Australien? Und hast du schon Känguru-Fleisch probiert? Schreib es uns gerne in die Kommentare!
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Wir sind seit 2012 12-mal in Australien gereist, insgesamt über 25 Monate und 25.000 km, meist im Camper. Besonders gut kennen wir die Westküste von Perth bis Exmouth und die Ostküste von Cairns bis Adelaide. Mit Australien Guide helfen wir seit 2017, die eigene Reise zu planen. Mehr über uns →
