Yanchep Nationalpark: Koalas, Kängurus und der Ghost House Trail

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Koalas in Western Australia? Eigentlich gibt es die hier gar nicht. Die Tiere sind nur im Osten und Südosten Australiens heimisch. Umso überraschter waren wir, als wir gehört haben, dass man nur eine knappe Stunde nördlich von Perth ziemlich zuverlässig welche sehen kann.

Im Yanchep National Park lebt bereits seit 1938 eine kleine Koala-Kolonie. Für uns war das ehrlich gesagt Grund genug für einen Besuch. Dass der Park noch einiges mehr zu bieten hat, haben wir erst vor Ort gemerkt.

An einem einzigen Tag haben wir Koalas, Kakadus, Papageien und mehr Kängurus gesehen, als wir zählen konnten. Dazwischen sind wir über 12 Kilometer durch Buschland und Tuart-Wälder gewandert, haben am Ghost House Pause gemacht und den Tag mit einem BBQ zwischen Kängurus ausklingen lassen.

In diesem Beitrag zeigen wir dir, was du im Yanchep National Park erleben kannst, was sich aus unserer Sicht lohnt und was du für deinen Besuch wissen solltest.

Yanchep National Park auf einen Blick

  • Lage: rund 50 Kilometer nördlich von Perth
  • Fahrzeit: etwa 45 bis 60 Minuten ab Perth
  • Eintritt: 17 AUD pro Fahrzeug mit bis zu 12 Personen, mit gültigem WA Parks Pass kostenlos
  • Koala Viewing Area: täglich von 8:00 bis 16:30 Uhr geöffnet
  • Zeitbedarf: etwa 2 bis 3 Stunden für Koalas, Kängurus und einen kurzen Spaziergang; mit längerer Wanderung lohnt sich ein ganzer Tag
  • Highlights: Koalas, Kängurus, Loch McNess, Ghost House Walk, Höhlen und zahlreiche Wanderwege
  • Hunde: im Nationalpark nicht erlaubt
  • Gut zu wissen: Wer zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Park kommt, zahlt keinen Eintritt

Koalas im Yanchep National Park

Die Koalas im Yanchep National Park leben nicht frei im gesamten Park, sondern in einem eigenen Bereich mit Eukalyptusbäumen. Ein erhöhter Holzsteg führt mitten hindurch, sodass du die Tiere zwischen den Ästen entdecken kannst – manchmal überraschend nah.

Wir waren morgens gegen neun Uhr dort und mussten nicht lange suchen. Die meisten Koalas machten allerdings genau das, was Koalas am liebsten machen: schlafen. Einer war tatsächlich wach und knabberte gemütlich an seinen Eukalyptusblättern.

Uns hat der Koala-Bereich richtig gut gefallen. Klar, es ist keine Sichtung in freier Wildbahn. Aber wenn du an der Westküste unterwegs bist und unbedingt Koalas sehen möchtest, sind die Chancen hier ziemlich gut – denn wilde Koalas wirst du in Western Australia nicht finden.

Im Yanchep Nationalpark nördllich von Perth jkann man Koalas aus nächster Nähe sehen und mit etwas Glück auch Gelbwangen-Kakadus

Unser Tipp: Schau im Laufe des Tages ruhig zweimal vorbei. Wir waren am späten Nachmittag noch einmal bei den Koalas und hatten erneut Glück: Einer war wach und gerade mit seinem Abendessen beschäftigt. Der kleine Umweg lohnt sich also, wenn beim ersten Besuch alle schlafen.

Die Koala Viewing Area ist täglich von 8:00 bis 16:30 Uhr geöffnet.

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Kängurus und weitere Tiere im Yanchep National Park

Mindestens genauso beeindruckend wie die Koalas fanden wir die Kängurus. Tagsüber haben wir immer mal wieder einzelne Tiere gesehen, richtig voll wurde es aber erst am späten Nachmittag.

Als wir nach unserer Wanderung zurück zum Visitor Centre kamen, standen auf den Wiesen plötzlich überall Kängurus. Einige lagen im Gras, andere waren am Fressen – und irgendwann hatten wir das Gefühl, regelrecht von ihnen umzingelt zu sein.

Vor allem morgens und am späten Nachmittag hast du gute Chancen, die Westlichen Grauen Riesenkängurus auf den offenen Wiesen rund um das Visitor Centre zu sehen.

Im Yanchep Nationalaprk in Australien kann man prima ein BBQ machen - zusammen mit der australischen Tierwelt, wie Koalas, Kängurus und Papageien-sittichen

Aber auch Vogelfans kommen im Yanchep National Park auf ihre Kosten. Schon bei unserer Ankunft wurden wir von Carnaby-Rabenkakadus begrüßt. Später beim Grillen bekamen wir Gesellschaft von Raben, Flötenvögeln und zwei Kragensittichen.

Mit etwas Glück kannst du im Park außerdem Echsen, Ameisenigel und verschiedene Wasservögel beobachten.

Wichtig: So zutraulich manche Tiere auch wirken – bitte nicht füttern. Das gilt auch dann, wenn beim BBQ plötzlich ein sehr interessierter Zuschauer neben dem Tisch steht.

Wandern im Yanchep National Park: der Ghost House Walk

Nachdem wir genug Koalas beobachtet hatten, wollten wir noch etwas mehr vom Nationalpark sehen. Unsere Wahl fiel auf den Ghost House Walk – einen 12,4 Kilometer langen Rundweg, der vom McNess House Visitor Centre tief in den Park hineinführt.

Der McNess See im Yanchep Nationalpark in Australien (nördlich von Perth) ist ein echter Blickfang.

Der erste Teil verläuft am Loch McNess entlang, bevor der Weg zunehmend ruhiger wird und durch Buschland, Feuchtgebiete und Tuart-Wälder führt. Wir waren im Mai unterwegs, also im australischen Herbst. Von den eigentlichen Feuchtgebieten war zu dieser Zeit nicht mehr allzu viel zu sehen, trotzdem hat uns gerade dieser Teil der Wanderung gut gefallen: kaum Menschen, viel Ruhe und immer wieder Tiere am Wegesrand.

Etwa auf halber Strecke erreichst du das namensgebende Ghost House. Ganz ehrlich: Wegen der Ruine allein würden wir die 12 Kilometer nicht laufen. Viel mehr als die Überreste eines alten Kalksteinhauses gibt es dort nicht zu sehen. Als Zwischenstopp auf der Wanderung ist sie aber ganz nett.

Kurz danach kommt der Shapcotts Campsite. Dort haben wir unsere Mittagspause gemacht – unter großen Tuart-Bäumen, die nur in einem schmalen Küstenstreifen im Südwesten von Western Australia wachsen. Die Picknicktische hatten wir komplett für uns.

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Auf dem Rückweg wurde es dann noch einmal richtig australisch: Gleich zweimal sind uns Kängurus begegnet, die sich von uns kaum stören ließen.

Und plötzlich standen wir vor einem Golfplatz.

Damit hatten wir mitten im Nationalpark ehrlich gesagt nicht gerechnet. Ab hier verliert der Ghost House Walk für uns leider etwas von seinem Reiz, denn die letzten Kilometer führen teilweise über asphaltierte Wege und vorbei an Parkplätzen zurück zum Ausgangspunkt. Nach mehreren Stunden im Busch war das nicht gerade der schönste Abschluss.

Trotzdem würden wir die Wanderung wieder machen. Nicht wegen eines einzelnen spektakulären Highlights, sondern weil du dabei einen ganz anderen Eindruck vom Yanchep National Park bekommst als rund um das Visitor Centre.

Ghost House Walk – die wichtigsten Infos

  • Länge: 12,4 Kilometer
  • Dauer: etwa 5 Stunden
  • Schwierigkeit: Class 3 / moderat
  • Route: Rundweg
  • Start: McNess House Visitor Centre bzw. Wetlands Walk Trail
  • Beste Zeit: April bis Oktober
  • Mitnehmen: ausreichend Wasser, Sonnenschutz und etwas zu essen

Unser Tipp: Wenn du eine der längeren Wanderungen im Park machst, trage dich vorher im McNess House ein und nach der Rückkehr wieder aus. Und nimm wirklich genug Wasser mit – auf längeren Abschnitten gibt es kaum Möglichkeiten, unterwegs etwas nachzufüllen.

Weitere Wanderwege im Yanchep National Park

Keine Lust auf 12 Kilometer? Kein Problem. Rund um das Visitor Centre gibt es mehrere kürzere Wege, auf denen du trotzdem etwas mehr vom Park siehst.

Dwerta Mia Walk Trail – 2,1 km
Ein kurzer und einfacher Rundweg durch die Boomerang Gorge, eine eingestürzte Kalksteinhöhle. Entlang des Weges erfährst du mehr über die Entstehung der Höhlen und die Landschaft des Parks. Wenn du nur die Boomerang Gorge sehen möchtest, kannst du die Runde sogar auf etwa 500 Meter verkürzen.

Wetlands Walk Trail – 2,7 km
Eine entspannte Runde rund um Loch McNess. Der Weg startet am McNess House Visitor Centre und ist eine gute Wahl, wenn du nach den Koalas noch eine kleine Runde laufen möchtest, ohne gleich mehrere Stunden unterwegs zu sein.

Caves Walk Trail – 4,5 km
Etwas länger ist der Caves Walk. Der Rundweg führt durch den Park und an der Crystal Cave vorbei. Wenn du eine Höhlentour gebucht hast, lässt sich beides gut miteinander verbinden.

Wer richtig lange laufen möchte, findet im Park noch weitere Trails wie den 14 Kilometer langen Yanchep Rose Trail oder den 17,5 Kilometer langen Cockatoo Walk Trail. Für einen normalen Tagesbesuch würden wir aber eher einen der kürzeren Wege wählen – oder gleich den Ghost House Walk, wenn du mehrere Stunden Zeit hast.

Höhlen im Yanchep National Park

Unter dem Yanchep National Park liegt ein weit verzweigtes System aus Kalksteinhöhlen. Zwei davon kannst du im Rahmen einer geführten Tour besuchen.

Die Crystal Cave ist die klassische Variante. Bei der rund 45-minütigen Führung geht es durch eine beleuchtete Höhle mit Stalaktiten, Stalagmiten und anderen Kalksteinformationen. Die Touren finden täglich statt und eignen sich gut, wenn du deinen Besuch bei den Koalas mit einer Höhlentour verbinden möchtest.

Etwas abenteuerlicher ist die Yonderup Cave. Sie ist nur teilweise beleuchtet und wird mit Helm und Stirnlampe erkundet. Die Führung dauert etwa eine Stunde und fühlt sich dadurch deutlich weniger nach klassischer Schauhöhle an. Mitmachen dürfen Kinder ab acht Jahren, außerdem sind geschlossene Schuhe Pflicht.

Für beide Höhlen kannst du die Tickets vorab online buchen. Gerade wenn du nur einen Tag im Park hast und die Tour fest einplanen möchtest, würden wir das auch machen.

Aboriginal Experience am Wangi Mia

Wenn du mehr über die Kultur der Noongar erfahren möchtest, kannst du im Wangi Mia Meeting Place an einer Aboriginal Cultural Experience teilnehmen.

In der rund 45-minütigen Führung geht es unter anderem um traditionelle Lebensweisen, die Bedeutung von Pflanzen und Tieren sowie darum, wie Wissen innerhalb der Noongar-Kultur weitergegeben wird. Auch traditionelle Werkzeuge wie Speere und Bumerangs sowie eine Didgeridoo-Vorführung gehören zum Programm.

Die öffentlichen Touren finden derzeit sonntags und an Feiertagen um 14 und 15 Uhr statt. Erwachsene zahlen 16 AUD, Kinder von 6 bis 15 Jahren 8 AUD. Zusätzlich fällt der normale Eintritt für den Nationalpark an.

Wenn du die Tour machen möchtest, würden wir vorab buchen – die Parkverwaltung empfiehlt generell, Plätze für Führungen frühzeitig zu reservieren.

Picknick, BBQ und Essen im Yanchep National Park

Nach unserer Wanderung haben wir den Tag ganz entspannt mit einem BBQ ausklingen lassen. Dafür eignet sich der Yanchep National Park richtig gut: An mehreren Stellen gibt es kostenlose Gasgrills, Picknicktische und viel Platz auf den Wiesen.

Wir haben an der Lakeview Picnic Area gegrillt. Dort gibt es überdachte Tische, Toiletten und kostenlose Barbecues. Weitere Grillmöglichkeiten findest du unter anderem am Bull Banksia Oval und vor der Gloucester Lodge. Gerade am späten Nachmittag lohnt es sich, noch etwas sitzen zu bleiben – bei uns tauchten rundherum immer mehr Kängurus auf.

Wenn du nichts mitbringen möchtest, gibt es im Park auch Möglichkeiten zum Essen. Im Yanchep Inn bekommst du unter anderem warme Mahlzeiten und Getränke, während sich Chocolate Drops eher für Kaffee, Kuchen oder etwas Süßes zwischendurch anbietet.

Für uns war das BBQ jedenfalls der perfekte Abschluss nach dem Ghost House Walk: Schuhe aus, etwas essen und dabei den Kängurus auf den Wiesen zuschauen.

Anfahrt und Eintritt

Der Park liegt rund 50 Kilometer nördlich von Perth. Je nach Verkehr bist du in 45 bis 60 Minuten dort, am einfachsten über die Mitchell Freeway und die Wanneroo Road.

Ohne eigenes Auto wird es schwierig. Öffentliche Verkehrsmittel fahren nicht bis in den Park. Wenn du in Perth keinen Mietwagen hast, bleibt dir eigentlich nur eine geführte Tagestour ab Perth.

Für einen Tagesausflug reicht ein kleiner Mietwagen völlig aus. Über CHECK24 kannst du verschiedene Angebote für Perth vergleichen.

Eintritt:

  • 17 AUD pro Fahrzeug (bis 12 Personen)
  • 10 AUD pro Fahrzeug mit Concession-Karte
  • 10 AUD pro Motorrad
  • kostenlos, wenn du zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommst

Bezahlen kannst du vor Ort mit Karte oder vorab online. Die Tagesgebühr gilt für alle Parks mit Eintritt, die du am selben Tag besuchst.

Unser Tipp: Wenn du mehrere Nationalparks in Western Australia besuchst – etwa Nambung, Kalbarri oder Cape Range – rechne kurz durch, ob sich ein Holiday Pass von Parks and Wildlife lohnt. Auf einem Westküsten-Roadtrip ist das fast immer der Fall.

Beste Reisezeit für den Yanchep Nationalpark

Der Park ist das ganze Jahr über einen Besuch wert, die Koalas und Kängurus sind immer da.

Am schönsten finden wir den späten Winter und Frühling von August bis November. Dann blühen Akazien, Kängurupfoten und die Yanchep Rose, und die Temperaturen sind ideal zum Wandern. Auch der Herbst von März bis Mai ist angenehm, die Feuchtgebiete sind dann allerdings eher trocken – so wie bei uns.

Von Dezember bis April kann es sehr heiß werden, und die Waldbrandgefahr ist hoch. Für längere Wanderungen würden wir diese Monate meiden oder sehr früh am Morgen starten.

→ Mehr dazu in unserem Guide zur besten Reisezeit für Australien

Unser Fazit zum Yanchep National Park

Der Yanchep Nationalpark ist für uns einer der schönsten Ausflüge ab Perth. Hier siehst du Koalas, die es in Western Australia eigentlich gar nicht gibt. Und auf den Wiesen am Visitor Centre grasen fast immer Kängurus.

Der Ghost House Trail ist keine spektakuläre Wanderung, aber ein schöner, ruhiger Weg durch Wald, Buschland und Feuchtgebiete. Nur das letzte Stück über Parkplätze und Asphalt hätte man sich sparen können.

Musst du hier zwingend wandern? Nein. Die Koalas und Kängurus erreichst du in wenigen Minuten vom Parkplatz aus. Deshalb lässt sich der Park auch hervorragend als kurzer Zwischenstopp auf dem Weg Richtung Norden einschieben – oder als entspannter Tagesausflug mit BBQ zum Abschluss.

Hast du Fragen oder weitere Tipps für uns? Warst du auch schon einmal im Yanchep NP? Wie hat es dir gefallen? Lass gerne einen Kommentar da! Oder du kommst in unsere Facebook-Gruppe – da gibt es viele weitere Tipps und einen netten Austausch mit anderen Australien-Fans!

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