
Australien und Camper gehören für uns einfach zusammen. Nach zahlreichen Australien-Reisen sind wir inzwischen echte Camper-Profis – vom einfachen HiTop über komfortable Camper mit Dusche und WC bis zum 4WD mit Dachzelt haben wir schon ganz unterschiedliche Fahrzeuge ausprobiert.
In diesem Guide bündeln wir alles, was wir über Camper in Australien gelernt haben – von der Auswahl und Buchung über Kosten, Vermieter und Versicherung bis hin zu Campingplätzen, 4WD, Übernahme und dem Alltag unterwegs.
Unsere Camper buchen wir bei bestCAMPER, die mit mehr als 20 Jahren Erfahrung und einem sehr guten Kundenservice überzeugen.
Warum ein Camper die beste Art ist, Australien zu entdecken
Für uns ist der Camper eine der schönsten Möglichkeiten, Australien zu entdecken.
Du hast dein Bett, deine Küche und dein Gepäck immer dabei und kannst deine Reise deutlich flexibler gestalten. Gefällt es dir irgendwo besonders gut, bleibst du länger. Entdeckst du unterwegs einen Strand, Nationalpark oder kleinen Ort, den du vorher gar nicht eingeplant hattest, kannst du spontan anhalten.

Gerade in Australien ist das ein großer Vorteil. Viele der schönsten Orte liegen nicht in den Städten, sondern irgendwo dazwischen.
Auf unseren Reisen sind uns auf Campingplätzen Kängurus begegnet, Kakadus haben beim Frühstück vorbeigeschaut und manchmal war schon der Sonnenuntergang vor dem Camper eines der Highlights des Tages.
Natürlich ist das Camperleben nicht immer perfekt. Wenig Platz, lange Fahrstrecken oder ein Fahrzeug, das nicht richtig zur Reise passt, können irgendwann nerven.
Genau deshalb möchten wir in diesem Guide nicht nur zeigen, wie schön ein Camper-Roadtrip durch Australien sein kann, sondern auch, worauf es in der Praxis wirklich ankommt.
Denn nach vielen Wochen und Monaten im Camper haben wir vor allem eines gelernt:
Die richtige Vorbereitung macht einen riesigen Unterschied.
Camper oder Mietwagen – was passt besser zu deiner Reise?
Bevor du dich mit einzelnen Camper-Modellen beschäftigst, stellt sich eine grundsätzliche Frage:
Möchtest du Australien überhaupt mit dem Camper bereisen – oder passt ein Mietwagen besser zu dir?
Beides kann hervorragend funktionieren. Die Entscheidung hängt vor allem davon ab, wie du unterwegs sein möchtest.
Unsere einfache Faustregel:
Natur, Roadtrip und möglichst viel Freiheit → Camper
Städte, feste Unterkünfte und mehr Komfort → Mietwagen
Wir selbst nutzen in Australien beide Varianten. Für längere Roadtrips bevorzugen wir meistens den Camper. Bleiben wir dagegen länger an einem Ort oder möchten mehrere Städte besuchen, finden wir Mietwagen und Ferienwohnung oft angenehmer.
Wann passt ein Camper besser?
Ein Camper ist besonders praktisch, wenn du viel unterwegs sein möchtest und Nationalparks, Strände oder kleinere Orte im Mittelpunkt deiner Reise stehen.
Du hast Schlafplatz und Küche immer dabei, musst nicht jeden Abend eine neue Unterkunft suchen und kannst deine Route unterwegs leichter verändern.

Dafür gehört Camping natürlich dazu: weniger Platz, Campingplätze suchen und je nach Fahrzeug auch Bett umbauen, Wasser auffüllen oder die Toilette leeren.
Wann würden wir einen Mietwagen wählen?
Ein Mietwagen passt besser, wenn du lieber in Hotels, Motels oder Ferienwohnungen schläfst und Wert auf mehr Komfort legst.

Auch bei Reisen mit vielen Stadtaufenthalten ist ein normaler Pkw oft angenehmer. In Sydney oder Melbourne einen Parkplatz für ein großes Motorhome zu suchen, gehört für uns jedenfalls nicht zu den schönsten Seiten eines Roadtrips.
Was ist günstiger?
Das lässt sich nicht pauschal beantworten.
Ein Mietwagen kostet meist weniger und verbraucht weniger Kraftstoff. Dafür musst du zusätzlich deine Unterkünfte bezahlen.
Beim Camper ist der Mietpreis höher, dafür hast du deine Unterkunft bereits dabei und kannst einfacher selbst kochen.
Deshalb würden wir nie nur Mietwagenpreis und Camperpreis vergleichen, sondern immer die Gesamtkosten der Reise.
Wenn du zwischen beiden Varianten schwankst, haben wir die Unterschiede hier ausführlich gegenübergestellt:
→ Mietwagen oder Camper in Australien? Unser Vergleich
Für uns gilt am Ende: Je stärker eine Reise von Roadtrip, Natur und Camping geprägt ist, desto eher würden wir zum Camper greifen.
Welche Camper-Typen gibt es in Australien?
Die Vermieter benennen ihre Fahrzeuge alle unterschiedlich, aber im Kern lassen sie sich in vier Gruppen einteilen. Wir gehen sie in der Reihenfolge durch, in der auch die Preise steigen.
Kompaktcamper und HiTops
Der Klassiker für zwei Personen. Meist ein Hochdachtransporter oder ein Van mit Aufstelldach, in dem du stehen kannst. Küche im Heck, Bett quer oder längs, Kühlbox oder kleiner Kühlschrank, kein eigenes Bad.
Wir sind sowohl den Apollo HiTop als auch den Bonito HiTop gefahren, und beide haben uns gezeigt, wie gut dieses Konzept für Australien funktioniert. Die Fahrzeuge sind schmal genug für enge Nationalparkstraßen, verbrauchen wenig, und du bekommst sie auch in der Hochsaison noch zu vernünftigen Preisen.

Der Haken: Du teilst dir die sanitären Anlagen des Campingplatzes. Bei gutem Wetter kein Thema. Wenn es aber drei Tage regnet und du im Fahrzeug sitzt, wird es eng – und zwar sehr schnell.
Passt zu dir, wenn: du zu zweit reist, drei bis vier Wochen unterwegs bist, campingerfahren bist und lieber Geld für Touren als für Komfort ausgibst.
Zwischen den beiden HiTops, die wir gefahren sind, liegen dabei Welten – und das zeigt gut, wie wenig die Kategorie allein aussagt.
Den Apollo HiTop hatten wir für eine Woche rund um Darwin. Ein sehr kompaktes Fahrzeug mit pkw-ähnlichem Fahrverhalten, das für diesen Zeitraum völlig ausgereicht hat. Wie er im Alltag aussieht, was uns gefallen hat und ab wann es eng wird, haben wir hier festgehalten:
→ Unser Erfahrungsbericht: Apollo HiTop Camper
Der Bonito HiTop basiert auf dem Toyota Hiace in der längsten Variante. Die Besonderheit: fünf zugelassene Sitzplätze und als einer von ganz wenigen kompakten Campern in Australien sogar mit einer Markise ausgestattet. Der Preis ist unschlagbar. Dazu kommt die persönliche Übernahme bei Hans und Gabi, die euch auch während der Reise per WhatsApp weiterhelfen.
→ Unser Erfahrungsbericht: Bonito HiTop Camper

Einen Punkt solltest du dabei kennen: Bonito findest du in keinem der großen Vergleichsportale. Der Vermieter ist zu klein, um dort geführt zu werden – wer diese Camper sucht, findet sie über einen Preisvergleich schlicht nicht. Anfragen läuft deshalb direkt über unser Formular. Du bekommst dann eine persönliche Antwort auf Deutsch, inklusive Verfügbarkeit und Preis für deinen Reisezeitraum.
→ Bonito HiTop unverbindlich anfragen
Camper mit Dusche und WC für zwei Personen
Die Zwischenklasse zwischen HiTop und großem Motorhome – und aus unserer Sicht der am meisten unterschätzte Fahrzeugtyp. Mehr Wohnraum als im HiTop, dazu eine eigene Nasszelle, ohne gleich in der Liga der großen Wohnmobile zu spielen.
Unser Fahrzeug in dieser Klasse war der Maui Ultima. Und für uns bleibt er bis heute der beste Camper, den wir in Australien gefahren sind: groß genug, um sich auch nach Wochen nicht eingeengt zu fühlen, und trotzdem noch handlich genug für einen normalen Roadtrip. Du sitzt abends drinnen am Tisch statt draußen im Campingstuhl, du musst das Bett nicht jeden Abend umbauen, und du bist unabhängig von Öffnungszeiten und Zustand der Campingplatz-Sanitäranlagen.

Der Haken: Preis und Verbrauch liegen deutlich über einem HiTop, und du musst dich um Frisch- und Abwasser kümmern.
Passt zu dir, wenn: du zu zweit reist, länger als drei Wochen unterwegs bist und das eigene Bad wichtiger findest als die letzte Wendigkeit.
→ Unser Erfahrungsbericht: Maui Ultima Camper
Große Motorhomes für Familien und Gruppen
Ab hier wird aus dem Camper ein kleines rollendes Zuhause: bis zu sechs Schlafplätze, richtiger Wohnbereich mit Sitzgruppe, großer Kühlschrank, Dusche, WC und deutlich mehr Stauraum.
Wir sind in dieser Klasse den Apollo Euro Deluxe gefahren – gemeinsam mit Familienangehörigen, denn genau dafür ist so ein Fahrzeug gemacht. Zu zweit wäre das schlicht überdimensioniert. Zu viert oder zu sechst rechnet es sich dagegen schnell: Ihr teilt euch die Mietkosten, spart komplett die Übernachtungen und habt trotzdem jeder einen eigenen Schlafplatz.

Der Haken: Maße, Verbrauch und Manövrieren. Auf schmalen Küstenstraßen, in Städten und auf manchen Nationalparkzufahrten wird ein großes Motorhome zur Konzentrationsübung, und viele innerstädtische Parkhäuser fallen wegen der Fahrzeughöhe komplett weg. Dazu kommt der Punkt, den man vorher unterschätzt: Auf wenigen Quadratmetern verbringt ihr sehr viel Zeit sehr eng miteinander. Das funktioniert gut mit Menschen, die man wirklich mag.
Passt zu dir, wenn: ihr zu viert oder mehr reist, als Familie unterwegs seid oder euch ein Fahrzeug mit Freunden teilen möchtet.
4WD-Camper und Dachzelt-Fahrzeuge
Die Kategorie, von der die meisten träumen, wenn sie an Australien denken: Allrad, rote Erde, Dachzelt, Lagerfeuer.
Wir waren mit dem Toyota Hilux Dual Cab von Bonito unterwegs – als Relocation von Perth nach Melbourne, einmal quer über die Nullarbor Plain – und deutlich früher schon einmal mit einem Bushcamper von KEA, einem Vermieter, den es in der Form heute nicht mehr gibt. Den Bushcamper bekommst du jetzt ebenfalls über Bonito. Beides waren großartige Reisen, und wir würden jederzeit wieder eine 4WD-Tour machen.

Aber: Ein Allradcamper ist kein besserer Camper, sondern ein anderer. Der Wohnkomfort ist meist geringer als bei einem gleich teuren Motorhome, der Verbrauch höher, und der Aufbau des Dachzelts wird nach der zwanzigsten Nacht zur Routine, aber nicht unbedingt zum Vergnügen.
Passt zu dir, wenn: deine Route Strecken enthält, die mit einem normalen Fahrzeug nicht erlaubt oder nicht befahrbar sind.
→ Unser Erfahrungsbericht: Toyota Hilux Dual Cab 4WD
Die wichtigste Erkenntnis aus unsere Camper-Reisen in Australien
Je länger die Reise, desto wichtiger wird Komfort. Was für zehn Tage völlig ausreicht, kann nach sechs Wochen ziemlich nerven. Wir würden heute lieber an anderer Stelle sparen als bei dem Fahrzeug, in dem wir zwei Monate lang leben.
Brauchst du wirklich einen 4WD-Camper in Australien?
Die ehrliche Antwort für die allermeisten Reisen lautet: nein.
Für die Ostküste zwischen Sydney und Cairns, für den Südwesten rund um Perth, für die Great Ocean Road, für die Strecke Adelaide–Melbourne und für so ziemlich jede klassische Roadtrip-Route reicht ein normaler 2WD-Camper vollkommen aus. Australiens Hauptrouten sind asphaltiert und gut ausgebaut.
Interessant wird ein 4WD in drei Situationen:
- Du möchtest Strecken fahren, die ausdrücklich Allrad erfordern – die Gibb River Road in den Kimberley zum Beispiel, oder die Zufahrten zu den Jim Jim Falls und Twin Falls im Kakadu Nationalpark.
- Du möchtest in den abgelegenen Norden oder ins Outback abseits der Highways.
- Du möchtest bewusst dort übernachten, wo es keine Infrastruktur gibt.
Zwei Missverständnisse, die teuer werden können:
Erstens: Allradantrieb bedeutet nicht automatisch, dass du überall lang fahren darfst. Auch bei einem 4WD-Camper legt der Vermieter im Mietvertrag fest, welche Strecken du fahren darfst und welche nicht. Manche Straßen sind selbst mit Allrad ausgeschlossen, und ein Schaden auf einer nicht freigegebenen Piste ist schnell ein Fall für die eigene Brieftasche.

Zweitens: Nicht jede unbefestigte Straße erfordert automatisch einen 4WD. Viele Gravel Roads lassen sich grundsätzlich auch mit einem normalen 2WD befahren.
Entscheidend sind aber nicht nur die Straßenverhältnisse, sondern auch die Mietbedingungen deines Fahrzeugs. Manche Vermieter erlauben Fahrten auf unbefestigten Straßen nur eingeschränkt oder schließen sie bei 2WD-Fahrzeugen komplett aus.
Unser Tipp: Plane erst die Route, dann das Fahrzeug. Wenn auf deiner Strecke am Ende zwei Abstecher stehen, die Allrad erfordern, ist es oft günstiger und entspannter, diese beiden Abschnitte als geführte Tagestour zu buchen, statt vier Wochen lang einen 4WD zu bezahlen.
Für 4WD-Reisen an der Westküste arbeiten wir mit einem familiengeführten Spezialisten in Perth zusammen, mit Übernahme und Rückgabe in Perth, Broome oder Darwin.
→ 4WD-Camper für Western Australia ansehen
Camper-Vermieter in Australien: Anbieter im Überblick
Der australische Markt wird von wenigen Konzernen dominiert, hinter denen deutlich mehr Marken stecken, als es auf den ersten Blick aussieht.
Die thl-Gruppe: Der neuseeländische Konzern thl (Tourism Holdings Limited) hat 2022 die australische Apollo-Gruppe übernommen und vereint seitdem die größten Vermieter Australiens unter einem Dach. Wer heute bei maui, Britz, Mighty Camper oder Apollo, bucht, bucht beim selben Unternehmen.
Für dich heißt das: Diese Marken sind keine echten Konkurrenten. Sie sind die Preisstufen eines einzigen Anbieters – von der Premium-Linie bis zum Budget-Angebot. Die Fahrzeuge kommen zu großen Teilen aus derselben Flotte, werden über dieselben Depots ausgegeben und nach denselben Standards gewartet. Was sich unterscheidet, sind vor allem Fahrzeugalter, Ausstattung und Preis.
Maui
Maui positioniert sich klar im komfortableren beziehungsweise Premium-Segment. Die australische Flotte reicht vom 2-Berth Ultima bis zum großen 6-Berth-Motorhome. Die Fahrzeuge sind laut Maui maximal zwei Jahre in der Flotte; zusätzlich gibt es mit „Elite“ noch jüngere Fahrzeuge.

Wir waren selbst mit dem Maui Ultima unterwegs und würden Maui vor allem dann anschauen, wenn dir Wohnkomfort wichtiger ist als der niedrigste Mietpreis.
Passt besonders zu: Paaren und Familien, die einen modernen, gut ausgestatteten Camper suchen.
Britz
Britz gehört zu den größten Camper-Vermietern Australiens und bietet eine breite Mischung aus klassischen 2WD-Campern und 4WD-Fahrzeugen. Vom kompakten 2-Berth-HiTop bis zum Allrad-Camper gibt es Fahrzeuge für unterschiedliche Reisestile. In Australien verfügt Britz über zehn Stationen, darunter Sydney, Melbourne, Perth, Cairns, Darwin und Broome.

Passt besonders zu: Paaren, Familien und Reisenden, die eine große Auswahl sowie viele Übernahmeorte möchten.
Apollo
Apollo deckt nahezu die komplette Bandbreite ab: vom einfachen HiTop für zwei Personen über Camper mit Dusche und WC bis zum großen 6-Berth-Motorhome. Dazu kommen 4WD-Modelle für zwei und vier Personen.
Wir waren selbst bereits mit verschiedenen Apollo-Fahrzeugen unterwegs. Gerade die große Auswahl macht Apollo interessant, wenn du noch nicht genau weißt, welche Camperklasse am besten zu deiner Reise passt.

Passt besonders zu: fast allen Reisetypen – vom Paar bis zur Familie und vom HiTop bis zum 4WD.
Mighty Campers
Mighty gehört ebenfalls zur thl-Gruppe, ist aber stärker auf preisbewusstes Reisen ausgerichtet. Die Auswahl reicht von einfachen 2-Berth-Campern bis zum großen 6-Berth-Modell mit Dusche und WC; auch ein 4WD gehört zur Flotte.

Mighty kann deshalb interessant sein, wenn dir ein funktionaler Camper wichtiger ist als eine besonders hochwertige Ausstattung.
Passt besonders zu: Backpackern, jüngeren Reisenden und allen, die beim Camperbudget etwas stärker auf den Preis achten.
Fazit zur thl-Gruppe:
Vergleiche innerhalb der Gruppe besonders genau. Du findest dort teilweise identische Fahrzeuge unter verschiedenen Namen zu spürbar unterschiedlichen Preisen.
Jucy
Der Anbieter mit der auffällig grün-lila lackierten Flotte, 2001 in Neuseeland gestartet und heute auch in Australien und den USA aktiv.
Jucy bewegt sich im Budget- bis Mittelklassesegment und deckt vom kompakten 2-Personen-Camper mit Toilette bis zum 6-Berth-Motorhome mit Dusche und WC ein breites Feld ab. Ein Punkt, der Jucy für junge Reisende interessant macht: Der Vermieter vermietet bereits an Fahrer ab 18 Jahren – das machen längst nicht alle.
Passt besonders zu: preisbewussten Paaren und jüngeren Reisenden, mittlerweile aber auch zu Familien und Gruppen.
Travellers Autobarn
Seit 1993 im Geschäft, unabhängig und klar auf Backpacker und preisbewusste Reisende ausgerichtet. Die Fahrzeuge werden im eigenen Haus ausgebaut, was in diesem Preissegment ungewöhnlich ist.
Die Flotte reicht vom einfachen Station Wagon über den Kuga – das mit Abstand beliebteste Modell und lange Zeit das einzige mit Automatikgetriebe – bis zum 5-Personen-Hi5. Depots gibt es in Sydney, Melbourne, Brisbane, Cairns, Darwin und Perth.
Zwei Besonderheiten: Auch hier wird an Fahrer ab 18 vermietet, und zwar ohne Jungfahrergebühr. Dafür sind die Fahrzeuge deutlich älter als bei den großen Marken. Das ist Teil des Konzepts und wird auch so kommuniziert.
Passt besonders zu: Backpackern, Paaren und Langzeitreisenden, denen ein funktionaler Camper wichtiger ist als Luxus.
Cruisin Motorhomes
Der größte unabhängige Anbieter im Feld: 1999 in Tasmanien gegründet, familiengeführt und inzwischen einer der größten Vermieter des Landes.
Cruisin ist aus unserer Sicht der interessanteste Gegenspieler zu den thl-Marken, weil die Flotte vergleichsweise jung gehalten wird und die Preise trotzdem unter denen der Premium-Linien liegen. Depots gibt es in Sydney, Brisbane, Melbourne, Cairns, Perth und Hobart, Einwegmieten zwischen allen Standorten sind möglich.
Gerade für Tasmanien ist Cruisin durch die Hobart-Station eine naheliegende Option.
Passt besonders zu: Paaren und Familien, die einen klassischen 2WD-Camper oder ein komfortableres Motorhome suchen.
Bonito Camper – unser Partner in Western Australia
Bonito Camper ist ein familiengeführter Vermieter aus Perth und unser enger Partner für Camper- und 4WD-Reisen in Western Australia.
Gabriela und Hans bieten verschiedene Toyota LandCruiser, einen 4WD Bushcamper, einen Toyota Hilux Dual Cab sowie einen klassischen Toyota HiAce HiTop an. Der Schwerpunkt liegt klar auf individueller Betreuung und Fahrzeugen für Western Australia und abgelegenere Regionen.
Was Bonito von den großen Ketten unterscheidet, ist vor allem der persönliche Ansatz. Neben der Fahrzeugvermietung helfen die beiden auch bei der Reiseplanung und kennen Western Australia selbst sehr gut.
Passt besonders zu: Westküsten-Roadtrips, 4WD-Reisen und Reisenden, denen persönliche Betreuung wichtig ist.
RedSands Campers
RedSands ist vor allem für hochwertige 4WD-Camper bekannt. Mittlerweile umfasst die Flotte neben verschiedenen 4WD-Campern und Dachzelt-Fahrzeugen aber auch einen 2WD-Campervan und ein Motorhome. Übernahmen sind unter anderem in Perth, Broome, Darwin und Adelaide möglich.
RedSands positioniert sich eher im Premium-Bereich für Abenteuer- und Outback-Reisen.
Passt besonders zu: Kimberley, Westküste, Outback und Reisenden, die einen hochwertig ausgestatteten 4WD suchen.
Spaceships Rentals
Spaceships verfolgt ein ganz anderes Konzept. Die Camper basieren überwiegend auf kompakten Toyota Estima und fahren sich eher wie ein normaler Pkw als wie ein klassischer Campervan.
Die Modelle Alpha, Beta und Beta 2S sind vor allem für zwei Personen gedacht. Zusätzlich gibt es eine Variante für vier Personen mit Dachzelt. Küche, Kühlschrank und Schlafausstattung sind trotz der kompakten Fahrzeuggröße an Bord.
Damit sind Spaceships besonders interessant für Reisende, die möglichst kompakt und unkompliziert unterwegs sein möchten, aber trotzdem im Fahrzeug schlafen wollen.
Passt besonders zu: Paaren, Backpackern und allen, denen ein großes HiTop oder Motorhome zu sperrig ist.
Unser Tipp:
Vergleiche nicht Marken, sondern Fahrzeuge. Über unseren Partner bestCAMPER siehst du die Modelle verschiedener Vermieter nebeneinander, inklusive Preis, Ausstattung und enthaltenen Leistungen für deinen konkreten Reisezeitraum.
→ Camper für Australien buchen
Was kostet ein Camper in Australien?
Die Tagesrate, die du im Vergleichsportal siehst, ist selten das, was du am Ende bezahlst. Deshalb hier die Zahlen, mit denen wir selbst kalkulieren.
Die Miete. Kleine Camper und HiTops findest du in günstigen Reisezeiten teilweise für unter 100 AUD pro Tag. Größere Wohnmobile liegen schnell bei 150 bis 300 AUD pro Tag oder mehr. Der Preis hängt extrem davon ab, wann du reist, wie lange du mietest und wo du das Fahrzeug übernimmst.
Die Nebenkosten, die viele erst beim Abholen sehen:
- Reduzierung der Selbstbeteiligung (der größte Posten, dazu gleich mehr)
- Zusatzfahrer
- Campingausstattung, Stühle, Tisch, Bettwäsche – je nach Tarif nicht im Grundpreis
- Einwegmiete, wenn Abhol- und Rückgabeort nicht identisch sind
- Übernahme oder Rückgabe außerhalb der regulären Öffnungszeiten
- Fahrer unter 25 Jahren
Die laufenden Kosten unterwegs:
- Stellplatz auf einem Caravan- oder Holiday Park: grob 40 bis 100 AUD pro Nacht
- Nationalpark-Campgrounds: deutlich günstiger, oft nur wenige Dollar, dafür einfacher ausgestattet
- Sprit: Camper und besonders große 4WD verbrauchen spürbar mehr als ein Pkw
Unser Tipp: Rechne bei der Budgetplanung nicht mit der Tagesrate, sondern mit der Endsumme für deinen konkreten Zeitraum, inklusive Versicherung und Ausstattung. Zwei Angebote, die sich bei der Tagesrate um 15 AUD unterscheiden, können bei der Endabrechnung mehrere hundert Euro auseinanderliegen.

Am schnellsten bekommst du ein Gefühl dafür, wenn du deine echten Reisedaten einmal durchrechnen lässt. Im Preisrechner unseres Partners bestCAMPER siehst du für deinen Zeitraum die Endpreise verschiedener Vermieter nebeneinander – inklusive der Leistungen, die jeweils enthalten sind.
→ Camperpreise für deinen Reisezeitraum berechnen
Und der wirksamste Spartipp hat nichts mit Rabatten zu tun: Reise außerhalb der australischen Schulferien. Das ist nicht nur günstiger, sondern auf den Campingplätzen auch deutlich entspannter.
Versicherung beim Camper mieten: Darauf solltest du achten
In der Grundmiete ist bei fast allen Vermietern nur eine Basisversicherung mit sehr hoher Selbstbeteiligung enthalten, je nach Fahrzeug schnell 5.000 bis 8.000 AUD pro Schadensfall. Dazu kommt eine Kaution in ähnlicher Höhe, die bei der Übernahme auf deiner Kreditkarte blockiert oder abgebucht wird. Und ausgerechnet die häufigsten Schäden auf australischen Straßen sind in Basispaketen oft ausgeschlossen: Windschutzscheibe, Reifen, Dach und Unterboden.
Über unseren Partner bestCAMPER kannst du deshalb direkt bei der Buchung ein Premium-Paket wählen. Bei vielen Vermietern sinkt die Selbstbeteiligung damit auf 0 AUD, die Kaution fällt weg oder wird deutlich niedriger, und typische Roadtrip-Schäden sind mitversichert. Für längere Roadtrips ist das aus unserer Sicht das Geld wert. Prüfe im konkreten Angebot trotzdem kurz, welche Leistungen für dein Fahrzeug gelten.
Wie Selbstbeteiligung und Kaution funktionieren, welche Unterschiede es bei Maui, Britz und Apollo gibt und welche Erfahrungen wir selbst bei einem Steinschlag mit unserem Maui Camper gemacht haben, erklären wir ausführlich in unserem Beitrag Camper-Versicherung in Australien: Selbstbeteiligung, Kaution & unsere Erfahrung.
Camper in Australien buchen: Wann ist der beste Zeitpunkt?
Die wichtigste Regel: Je beliebter Reisezeit, Strecke und Fahrzeugklasse sind, desto früher lohnt sich die Buchung. Für die australische Hauptsaison solltest du deinen Camper sechs bis zwölf Monate im Voraus buchen. In der Nebensaison reichen meist drei bis vier Monate.
Also warte nicht bis kurz vor der Reise – vor allem dann nicht, wenn du bereits ziemlich genau weißt, welchen Camper du möchtest.
Eine grobe Orientierung
6 bis 12 Monate vorher:
Sinnvoll bei Hauptreisezeiten, Weihnachten, australischen Ferien, 4WD-Campern oder wenn du ein ganz bestimmtes Modell möchtest.
3 bis 6 Monate vorher:
Für viele klassische Roadtrips ein guter Zeitraum mit meist noch ordentlicher Auswahl.
Kurzfristiger:
Kann funktionieren – besonders außerhalb der Hauptsaison. Du musst dann aber deutlich flexibler bei Fahrzeug, Vermieter und Übernahmeort sein.
Gerade für längere Reisen buchen wir so früh wie möglich. Wenn wir sechs oder acht Wochen im Camper wohnen, möchten wir nicht aus Zeitdruck irgendein Fahrzeug nehmen, das eigentlich gar nicht zu uns passt.
Zwei Dinge, die den Preis stärker beeinflussen als der Buchungszeitpunkt
Die Reisezeit. Zwischen Nebensaison und australischen Sommerferien liegen bei identischem Fahrzeug oft mehr als 100 Prozent Preisunterschied. Wenn du bei den Reisedaten auch nur zwei Wochen flexibel bist, lohnt sich der Vergleich mehrerer Termine mehr als jede Frühbucher-Aktion.
Der Übernahmeort. Ein Camper in Sydney, Melbourne oder Brisbane ist meist günstiger als einer in Darwin, Broome oder Cairns, einfach weil dort mehr Fahrzeuge stehen. Es kann sich deshalb rechnen, den Startpunkt der Route – und damit auch den Zielflughafen – an der Camperverfügbarkeit auszurichten statt umgekehrt.
Musst du dort zurückgeben, wo du gestartet bist?
Diese Frage entscheidest du ebenfalls bei der Buchung, und sie hat größere Auswirkungen auf deine Route, als die meisten erwarten.
Bei einer Einwegmiete gibst du das Fahrzeug an einer anderen Station zurück. Das kostet eine One-Way-Gebühr, ist aber fast immer günstiger als mehrere Tage Rückfahrt inklusive Sprit, Stellplätzen und Zeit. Wenn deine Route ohnehin von A nach B führt, gibt es selten einen guten Grund, am Ende dieselbe Strecke zurückzufahren.

Und falls sich unterwegs herausstellt, dass deine Route zu ambitioniert war: Bei vielen Vermietern lässt sich der Rückgabeort nachträglich noch ändern. Uns ist genau das passiert – aus der geplanten Strecke von Cairns nach Perth wurde am Ende eine Rückgabe in Adelaide. Weil wir uns rechtzeitig gemeldet haben, war die Änderung sogar kostenlos – und sie hat unsere Reise deutlich entspannter gemacht. Verlass dich aber nicht darauf: Je kurzfristiger du fragst und je gefragter die Station ist, desto eher wird eine Gebühr fällig.
Die Sonderform davon sind die Relocation Deals. Vermieter müssen Fahrzeuge zwischen Stationen umsetzen und geben sie dafür für wenige Dollar am Tag ab, manchmal inklusive Tankfüllung. Der Haken ist immer die Zeit – meist bekommst du nur wenige Tage für eine lange Strecke. Wer flexibel ist und die Route ohnehin fahren wollte, macht damit aber ein hervorragendes Geschäft.
Camper-Übernahme in Australien: Worauf du am Abholtag achten solltest
Der Abholtag entscheidet darüber, ob du am Ende der Reise deine Kaution vollständig zurückbekommst. Und er läuft fast immer nach demselben Muster ab: Du bist nach über 24 Stunden Flug müde, kämpfst mit dem Jetlag in Australien und dein Körper ist überzeugt, dass gerade mitten in der Nacht ist. Der Schalter ist voll. Und dann erklärt dir jemand in schnellem australischem Englisch die Bedienung von Kühlschrank und Wassertank – mit einem Akzent, auf den dich kein Schulunterricht vorbereitet hat und einer ordentlichen Portion Slang obendrauf. Du nickst, verstehst ungefähr die Hälfte und willst eigentlich nur noch losfahren.
Genau da passieren die Fehler.

Unser Tipp: Frag ruhig zweimal nach. Australier sind dabei ausgesprochen entspannt, und ein „Sorry, could you say that again?“ ist deutlich angenehmer als der Moment, in dem du ein paar Tage später vor einem vollen Grauwassertank stehst und nicht mehr weißt, wie du ihn ablassen kannst. Wenn es möglich ist, dann plane die Übernahme nicht direkt nach der Landung, sondern gönn dir eine Nacht im Hotel. Der Unterschied ist enorm.
Was wir inzwischen immer machen
Wir gehen einmal komplett um das Fahrzeug herum und filmen alles mit dem Smartphone. Jede Delle, jeder Kratzer, die Windschutzscheibe, das Dach, soweit einsehbar, die Reifen inklusive Profil. Dazu Innenraum, Polster und der Zustand der Ausstattung. Das dauert fünf Minuten und ist der beste Schutz gegen Diskussionen bei der Rückgabe.
Wir lassen uns außerdem konkret zeigen:
- Wie Frischwasser gefüllt und Grauwasser abgelassen wird
- Wie die Gasversorgung funktioniert und wo die Flasche sitzt
- Wie das Fahrzeug an Landstrom angeschlossen wird
- Wo die Sicherungen sitzen und was passiert, wenn die Aufbaubatterie leer ist
- Wie hoch das Fahrzeug genau ist – und dann kleben wir uns die Zahl ins Cockpit
Der letzte Punkt klingt übertrieben, bis du das erste Mal vor einer Schranke mit Höhenbegrenzung stehst.
Wir prüfen zusätzlich, ob die aufgeführte Ausstattung wirklich an Bord ist, ob Ersatzrad und Wagenheber vorhanden sind, und wir planen für den ersten Tag bewusst eine kurze Etappe ein. Nach einem Langstreckenflug direkt 400 Kilometer im Linksverkehr mit einem ungewohnten Fahrzeug ist keine gute Idee.
Und dann kommt der zweite Teil, an den bei der Übernahme kaum jemand denkt: die Rückgabe. Wie voll muss der Tank sein? Müssen die Tanks geleert und das Fahrzeug gereinigt sein? Was passiert, wenn du außerhalb der Öffnungszeiten ankommst? Diese Punkte stehen im Mietvertrag, und wer sie erst am letzten Tag liest, zahlt am Ende Reinigungs- oder Betankungspauschalen, die deutlich über den tatsächlichen Kosten liegen.
Wir haben unsere komplette Vorgehensweise für den Abholtag in einer Checkliste zusammengefasst – vom Videorundgang über die Fragen, die du dem Mitarbeiter stellen solltest, bis zu den Punkten, die du für die Rückgabe schon bei der Übernahme klären kannst. Am besten öffnest du sie direkt am Schalter auf dem Smartphone.
→ Camper-Übernahme in Australien: Mit Checkliste für den Abholtag
Übernachten mit dem Camper in Australien: Campingplätze und Stellplätze
Mit dem Camper übernachtest du in Australien hauptsächlich an vier Arten von Plätzen:
- Caravan Parks und Holiday Parks: die kommerziellen Campingplätze, meist mit Strom, Wasser, Sanitäranlagen, Waschmaschinen und oft Pool. Komfortabel, in Küstenorten aber nicht mehr billig.
- Einfache Campingplätze: günstiger, weniger Ausstattung, häufig in kleineren Orten oder von Gemeinden betrieben.
- Nationalpark-Campgrounds: unsere Favoriten. Einfach ausgestattet, dafür mitten in der Natur. Viele funktionieren mit Selbstregistrierung, manche müssen im Voraus gebucht werden.
- Ausgewiesene kostenlose oder günstige Stellplätze: Rastplätze und von Gemeinden freigegebene Flächen, oft mit zeitlicher Begrenzung.
Wildcampen ist nicht überall erlaubt. Nur weil Australien groß und leer ist, darfst du deinen Camper nicht einfach irgendwo abstellen. Die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesstaat, Gemeinde und teilweise sogar je nach einzelnem Parkplatz. Achte auf die Beschilderung – die Strafen sind unangenehm hoch.

Spontan oder reservieren? Außerhalb der Hauptsaison sind wir gerne flexibel und entscheiden unterwegs. In beliebten Regionen und während der australischen Schulferien reservieren wir dagegen einige Tage im Voraus. Wir haben an der Ostküste während der Ferien selbst erlebt, wie voll die Plätze werden – und wie unruhig es wird, wenn das Personal mit der Reinigung nicht mehr hinterherkommt.
Unser Tipp: Plane nicht jede einzelne Nacht Monate im Voraus – aber prüfe bei der Routenplanung trotzdem, wo entlang deiner Strecke geeignete Übernachtungsplätze liegen. In abgelegenen Regionen können die Abstände überraschend groß sein.
Was ein Stellplatz kostet, was dich erwartet und wie du gute Plätze findest, unterscheidet sich zwischen einem Holiday Park an der Gold Coast und einem Campground im Nationalpark erheblich. Wir haben die verschiedenen Platzarten deshalb einmal ausführlich gegenübergestellt – inklusive der Frage, wann sich eine Jahresmitgliedschaft bei einer der großen Campingplatz-Ketten tatsächlich rechnet.
→ Campingplätze in Australien: Die verschiedenen Arten im Überblick
Camper fahren in Australien: Linksverkehr, Gravel Roads, Höhe und Tanken
Das Wichtigste zuerst: In Australien herrscht Linksverkehr. Man gewöhnt sich schneller daran, als die meisten befürchten. Kritisch sind nicht die vielbefahrenen Straßen, sondern die Momente, in denen du automatisch handelst – nach dem Tanken losfahren, aus einer Einfahrt abbiegen, ein Kreisverkehr auf einer leeren Landstraße.
Dazu kommen einige Dinge, die speziell für Camper gelten:
Die Höhe. Camper sind zwischen etwa drei und dreieinhalb Metern hoch. Innerstädtische Parkhäuser, manche Drive-throughs, einzelne Unterführungen und Schranken sind damit tabu. Deshalb: Höhe kennen und im Blick haben.
Der Seitenwind. Ein hoher Aufbau reagiert auf Wind völlig anders als ein Pkw. Auf offenen Strecken, besonders an der Küste, spürst du das deutlich – und wenn dir ein Roadtrain entgegenkommt, umso mehr.
Roadtrains. Diese Lkw-Gespanne können extrem lang sein. Beim Überholen mit einem schweren Camper unterschätzt man den Beschleunigungsweg leicht. Wir warten lieber auf eine wirklich übersichtliche Strecke. Kommt dir einer auf einer Gravel Road entgegen: Abstand halten und mit Staub und Steinschlag rechnen.

Wildtiere in der Dämmerung. Wir fahren nachts und in der Dämmerung möglichst gar nicht. Kängurus sind außerhalb der Städte ein reales Risiko, und ein Wildunfall ist mit einem Mietfahrzeug ein besonders ärgerliches Erlebnis.
Tanken. In abgelegenen Regionen tanken wir lieber einmal zu früh als einmal zu spät. Zwischen zwei Tankstellen können große Entfernungen liegen, und ein kleines Roadhouse hat auch mal geschlossen.
Die Fahrzeit selbst. Australische Highways verlaufen oft über viele Kilometer schnurgerade. Das ist weniger anstrengend als Serpentinen, aber ermüdender, als man erwartet. Plane genügend Pausen ein und wechselt euch ab, wenn möglich.
Was hier steht, gilt speziell für Camper. Zum Autofahren in Australien gehört aber noch einiges mehr: Brauchst du wirklich einen internationalen Führerschein? Wie gewöhnt man sich am schnellsten an den Linksverkehr? Und was bedeuten eigentlich all die Schilder, die es bei uns so nicht gibt?
Für den letzten Punkt haben wir ein Straßen-ABC Englisch–Deutsch zusammengestellt, mit den wichtigsten Begriffen aus dem australischen Straßenverkehr. Das ist praktischer, als es klingt – spätestens wenn du das erste Mal vor einem Schild mit „crest“ oder „grid“ stehst.
→ Sicher Autofahren in Australien: Linksverkehr, Führerschein und unsere Tipps
Camper in Australien mieten: Fünf Fehler, die du vermeiden solltest
Nach mehreren Camperreisen durch Australien gibt es ein paar Dinge, die wir heute deutlich anders angehen als früher.
Manches haben wir erst unterwegs gelernt – und manches klingt im Nachhinein ziemlich offensichtlich.
1. Zu viel Strecke für die verfügbare Zeit planen
Das war wahrscheinlich unser größter Fehler.
Bei einer Reise wollten wir mit dem Camper innerhalb von drei Monaten von Cairns bis nach Perth fahren. Auf der Karte sah das zunächst machbar aus.
Bei der Camperübernahme in Cairns haben wir die Planung noch einmal überdacht und die Rückgabe schließlich von Perth nach Adelaide geändert.
Zum Glück.
Wir hätten Cairns–Perth vermutlich irgendwie geschafft – aber wir wären ständig unterwegs gewesen und an vielen Orten einfach vorbeigefahren.
Heute gilt für uns:
Lieber eine Region richtig erleben als möglichst viele Kilometer sammeln.
2. Während der australischen Ferien einfach drauflosfahren
Ein anderes Mal waren wir während der australischen Ferien mit dem Camper an der Ostküste unterwegs.
Das würden wir heute möglichst vermeiden.
Viele Campingplätze waren voll, die Plätze entsprechend unruhig und die sanitären Anlagen teilweise stark überlastet. Das Personal kam bei dem großen Andrang mit der Reinigung kaum hinterher.
Seitdem schauen wir nicht nur auf Wetter und Camperpreise, sondern auch auf Schulferien und Feiertage.
Wenn wir in dieser Zeit reisen müssen, reservieren wir beliebte Campingplätze deutlich früher.
3. Beim Camper nur auf Preis und Fahrzeuggröße schauen
Ein günstiger Camper kann vollkommen ausreichen – aber spätestens nach mehreren Wochen werden Kleinigkeiten plötzlich ziemlich wichtig.
Wie viel Stauraum gibt es?
Müssen wir jeden Abend das Bett komplett umbauen?
Können wir im Fahrzeug stehen?
Wo liegen die Taschen während der Fahrt?
Kommen wir nachts problemlos aus dem Bett?
Auf den Produktbildern wirken solche Dinge nebensächlich. Wenn der Camper mehrere Wochen dein Zuhause ist, sind sie es nicht mehr.
Deshalb achten wir heute viel stärker auf den Grundriss und den Alltag im Fahrzeug als auf ein paar Dollar Unterschied beim Tagespreis.
4. Route und Mietbedingungen getrennt voneinander betrachten
Eine Straße sieht auf Google Maps fahrbar aus und technisch würde dein Camper sie vermutlich problemlos schaffen.
Das bedeutet noch lange nicht, dass du sie fahren darfst.
Gerade bei Gravel Roads und 4WD-Strecken können die Mietbedingungen entscheidend sein. Ein 2WD-Vertrag kann unbefestigte Straßen ausschließen – und selbst mit einem gemieteten 4WD sind längst nicht automatisch alle Tracks erlaubt.
Deshalb machen wir es heute andersherum:
Erst prüfen, welche Strecken erlaubt sind – dann die Route endgültig festlegen.
Das erspart dir die Enttäuschung, erst vor Ort festzustellen, dass ein geplanter Abstecher mit deinem Mietfahrzeug nicht zulässig ist.
5. Zu wenig Zeit für spontane Stopps lassen
Dieser Punkt hängt ein bisschen mit unserem ersten Fehler zusammen – ist für uns aber wichtig genug, um ihn separat zu nennen.
Australien besteht nicht nur aus den Sehenswürdigkeiten, die du vor der Reise bei Google gespeichert hast.
Einige unserer schönsten Stopps entstanden spontan: ein Strand, ein kleiner Ort, eine Empfehlung von anderen Reisenden oder einfach ein Campingplatz, auf dem wir noch eine Nacht bleiben wollten.
Wenn jeder Tag bereits komplett verplant ist, fehlt genau dafür der Platz.
Wir planen deshalb heute eine grobe Route mit wichtigen Eckpunkten, lassen dazwischen aber bewusst Luft.
Denn genau diese Freiheit ist für uns einer der größten Gründe, Australien überhaupt mit dem Camper zu bereisen.
Was wir daraus gelernt haben
Wenn wir unsere Erfahrungen auf einen Satz reduzieren müssten, wäre es wahrscheinlich dieser:
Plane den Camper-Roadtrip nicht danach, wie viel theoretisch möglich ist – sondern danach, wie du unterwegs tatsächlich leben und reisen möchtest.
Weniger Kilometer, ein Fahrzeug, das wirklich zu dir passt, realistische Tagesetappen und etwas Raum für spontane Änderungen machen für uns inzwischen einen größeren Unterschied als eine möglichst lange Liste abgehakter Highlights.
Häufige Fragen zum Camper in Australien
Was kostet ein Camper in Australien pro Tag? Kleine Camper und HiTops gibt es in günstigen Reisezeiten teilweise für unter 100 AUD pro Tag, größere Wohnmobile liegen häufig bei 150 bis 300 AUD oder mehr. Dazu kommen Versicherung, Ausstattung, eventuelle Einwegmiete und die Stellplatzkosten von grob 40 bis 100 AUD pro Nacht.
Wie lange im Voraus sollte ich einen Camper buchen? Für die Hauptsaison und die australischen Schulferien würden wir sechs bis zwölf Monate vorher schauen. In der Nebensaison reichen oft wenige Monate. Je größer das Fahrzeug und je gefragter der Übernahmeort, desto früher.
Brauche ich einen internationalen Führerschein? Mit einem deutschen Führerschein würden wir immer zusätzlich einen internationalen mitnehmen, weil der deutsche nicht auf Englisch ausgestellt ist. Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Bundesstaat, und auch die Mietbedingungen können eine englische Übersetzung verlangen. Beide Dokumente gehören zusammen ins Handschuhfach.
Darf ich mit dem Camper überall übernachten? Nein. Wildcampen ist in Australien nicht generell erlaubt, und die Regeln unterscheiden sich je nach Bundesstaat und Gemeinde. Nutze ausgewiesene Plätze und achte auf die Beschilderung.
Camper mit Dusche und WC – lohnt sich das? Ab etwa drei bis vier Wochen Reisedauer aus unserer Sicht ja. Du wirst unabhängiger von Campingplätzen und deren Zustand. Bei kürzeren Reisen und gutem Wetter reicht ein HiTop problemlos.
Ist ein Camper günstiger als Mietwagen plus Hotel? Bei der reinen Tagesrate ist der Mietwagen fast immer günstiger. Rechnest du Übernachtungen und Restaurantbesuche dazu, liegen beide Varianten oft überraschend nah beieinander. Entscheide deshalb lieber nach Reisestil als nach Preis.
Welcher Camper eignet sich für eine Familie? Ab drei Personen wird es in Kompaktcampern schnell eng. Größere Motorhomes mit Alkoven oder Dachzelt-4WDs mit mehreren Schlafplätzen sind dann meist die bessere Wahl – mit dem Kompromiss, dass Fahrzeuggröße und Verbrauch spürbar steigen.
Kann ich mit einem normalen Camper auf Gravel Roads fahren? Technisch oft ja, vertraglich häufig nein. Viele 2WD-Mietverträge schließen unbefestigte Straßen ganz oder teilweise aus. Prüfe das immer vor der Buchung, wenn deine Route solche Abschnitte enthält.
Fazit: So findest du den richtigen Camper für deine Australien-Reise
Ein Camper ist für uns nach wie vor eine der schönsten Möglichkeiten, Australien zu bereisen.
Nicht weil Camping immer bequem ist. Und auch nicht, weil ein Camper automatisch die günstigste Variante wäre.
Sondern wegen der Freiheit unterwegs.
Du kannst morgens losfahren, spontan an einem Strand anhalten, einen zusätzlichen Tag im Nationalpark bleiben und deine Route verändern, wenn dir ein Ort besser gefällt als erwartet.
Genau das macht für uns einen guten Australien-Roadtrip aus.
Nach mehreren Reisen und ganz unterschiedlichen Fahrzeugen würden wir die Camperwahl heute auf vier Fragen reduzieren:
- Welche Route möchtest du fahren?
- Wie lange bist du unterwegs?
- Wie viel Komfort brauchst du wirklich?
- Welche Strecken erlaubt dein Mietvertrag?
Erst danach würden wir Preise und Vermieter vergleichen.
Für zwei oder drei Wochen kann ein kompakter HiTop vollkommen ausreichen. Auf einer längeren Reise würden wir mehr Wert auf Stauraum und einen guten Grundriss legen. Und einen 4WD würden wir nur buchen, wenn unsere Route ihn tatsächlich sinnvoll macht.
Vor allem aber würden wir heute eines vermeiden:
Den Camper nur nach dem günstigsten Tagespreis auszuwählen.
Versicherung, Selbstbeteiligung, Einweggebühren, Ausstattung und erlaubte Straßen können am Ende mindestens genauso wichtig sein.
Wenn du jetzt ungefähr weißt, welcher Camper zu deiner Reise passt, kannst du dir die verfügbaren Fahrzeuge für deinen Zeitraum anschauen:
→ Camper in Australien bei bestCAMPER vergleichen
Und dann bleibt eigentlich nur noch die schönste Frage:
Wann startet dein Roadtrip in Australien?
Brauchst du noch Hilfe beim Camper mieten? Hast du noch Fragen zu den einzelnen Verleihern oder zu den Fahrzeugen? Schreib uns eine E-Mail oder hinterlasse gerne einen Kommentar!
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Wir sind seit 2012 12-mal in Australien gereist, insgesamt über 25 Monate und 25.000 km, meist im Camper. Besonders gut kennen wir die Westküste von Perth bis Exmouth und die Ostküste von Cairns bis Adelaide. Mit Australien Guide helfen wir seit 2017, die eigene Reise zu planen. Mehr über uns →
