10 Gründe für eine Australien-Reise – und warum wir immer wiederkommen

Zehn gute Gründe, warum du einmal im Leben nach Australien reisen solltest!

Australien ist weit weg. Knapp 24 Stunden Flug, mindestens 1.000 Euro allein für das Ticket, und wenn du dann gelandet bist, liegen zwischen zwei Highlights gerne mal 500 Kilometer.

Das ist eine ziemlich hohe Hürde für einen Urlaub.

Trotzdem kennen wir kaum jemanden, der einmal dort war und nicht irgendwann zurückwollte. Uns selbst hat es 2012 zum ersten Mal an die Westküste verschlagen – seitdem waren wir mehrfach dort und haben insgesamt viele Monate im Land verbracht. Und die Liste mit Orten, die wir noch sehen möchten, ist heute länger als vor unserer ersten Reise.

Warum also der ganze Aufwand?

Hier sind zehn Gründe, die für uns eine Australien-Reise ausmachen. Manche davon stehen in jedem Reiseführer. Andere sind Dinge, die wir vorher überhaupt nicht auf dem Schirm hatten – und die im Rückblick genau die Momente waren, an die wir uns bis heute erinnern.

1. Australiens Weite

Es gibt einen Moment, den man in Europa so kaum erleben kann.

Du stehst auf einem Berg, schaust in alle Richtungen – und siehst nichts. Keine Straße, kein Dorf, keinen Strommast. Nur Buschland bis zum Horizont. Uns ist das im Stirling Range Nationalpark so gegangen, oben auf dem Bluff Knoll, und später noch mehrfach: auf Strecken, auf denen wir stundenlang keinem anderen Auto begegnet sind, und an Stränden, an denen außer unseren eigenen Fußspuren keine im Sand waren.

Das fühlt sich am Anfang ungewohnt an. Fast ein bisschen unheimlich.

Und dann wird genau das zu dem, weswegen man wiederkommt. Man fühlt sich klein – aber auf eine gute Art. Die Dinge, über die man sich zu Hause aufregt, werden vor so einem Panorama erstaunlich schnell unwichtig.

Zahlen machen es greifbar: Australien ist etwa so groß wie Europa, hat aber weniger Einwohner als Nordrhein-Westfalen. Der allergrößte Teil davon lebt in einem schmalen Streifen entlang der Küste. Dahinter beginnt sehr schnell sehr viel Nichts.

Warum du nach Australien reisen solltest: Um einmal die Weite und die wunderschöne Einsamkeit in der Natur zu erleben.

2. Du findest immer gutes Wetter

Australien ist groß genug, um mehrere Klimazonen gleichzeitig zu haben. Und das ist bei der Planung ein echter Vorteil.

Während im Süden rund um Melbourne im Juli Winter herrscht, ist es in Darwin gleichzeitig trocken und sonnig bei 30 Grad. Im Januar dreht sich das um: Perth glüht bei über 30 Grad vor sich hin, im tropischen Norden regnet es dafür wochenlang.

Für dich heißt das: Es gibt keine schlechte Reisezeit für Australien. Es gibt nur Regionen, die zu deinem Reisemonat passen – und welche, die du dann besser meidest.

Besonders praktisch ist das, wenn du an feste Urlaubstage gebunden bist. Du suchst dann nicht den passenden Monat für deine Wunschroute, sondern drehst es um und suchst die passende Region für deinen Monat. Im europäischen Sommer, wenn die meisten Deutschen Urlaub nehmen, ist in Australien Winter – und genau dann sind der tropische Norden, das Outback und die Westküste auf ihrem besten Stand.

Ein Punkt, den wir am Anfang unterschätzt haben: Beim Wetter geht es nicht nur um Temperatur und Regen. Im Norden können Straßen und Nationalparks nach der Regenzeit noch wochenlang gesperrt sein, obwohl es längst nicht mehr regnet. Das haben wir im Kakadu Nationalpark selbst erlebt.

→ Beste Reisezeit für Australien: Klima und beste Monate nach Region

3. Tiere, die es sonst nirgendwo gibt

Australien war über Millionen Jahre vom Rest der Welt abgeschnitten. Das sieht man der Tierwelt bis heute an: Rund 80 Prozent der Säugetiere, Reptilien und Amphibien gibt es nur hier.

Das Schnabeltier zum Beispiel legt Eier, obwohl es ein Säugetier ist. Als die ersten Zeichnungen davon nach Europa kamen, hielten Wissenschaftler sie für eine Fälschung.

Das Beste daran: Du musst dafür nicht in den Zoo.

Im Booderee Nationalpark haben wir an einem einzigen Tag Kängurus am Strand, einen Ameisenigel und eine Braunschlange gesehen – letztere deutlich näher, als uns lieb war. Auf Campingplätzen sind uns morgens Kängurus begegnet, in Exmouth saßen Kakadus beim Frühstück auf dem Tisch und wollten etwas von unseren Brötchen abhaben. Und beim Schnorcheln am Ningaloo Reef sind Schildkröten und Rochen an uns vorbeigezogen.

Das ist der Unterschied zu vielen anderen Reisezielen: Die Tierbegegnungen passieren nebenbei. Du planst sie nicht, sie kommen einfach zu dir.

Einer der Gründe, warum du nach Australien reisen solltest: Die Tierwelt in Australien, besonders die Koalas.

4. Strände, an denen du wirklich allein bist

Australien hat über 10.000 Strände. Rein rechnerisch könntest du 27 Jahre lang jeden Tag an einem anderen liegen.

Die berühmten kennst du: Bondi Beach in Sydney, Whitehaven Beach auf den Whitsundays. Schön sind die auch. Nur bist du dort eben nie allein.

Spannender wird es dazwischen.

Am Hyams Beach in der Jervis Bay mussten wir die Sonnenbrille aufsetzen, weil der Sand so weiß ist, dass er blendet – er steht im Guinnessbuch. In der Turquoise Bay im Cape Range Nationalpark sieht das Wasser aus wie retuschiert. Und nördlich von Jurien Bay an der Westküste kannst du mit dem Camper direkt auf den Strand fahren, Stühle rausstellen und frühstücken, ohne dass dich jemand dabei stört.

Genau das ist für uns der Punkt: Es sind nicht die bekannten Strände, die hängenbleiben. Es sind die namenlosen, an denen außer deinen eigenen keine Fußspuren im Sand sind.

→ Die Strände in Australien: unsere 11 Geheimtipps

Warum du nach Australien reisen solltest: Um einmal absolute Traumstrände in Australien zu sehen.

5. Landschaften, die es so kein zweites Mal gibt

Manche Orte in Australien sehen aus, als hätte sich jemand einen Spaß erlaubt.

Der Wave Rock bei Hyden zum Beispiel: ein 15 Meter hoher Granitfelsen, der sich formt wie eine Welle kurz vor dem Brechen – mitten im Nirgendwo, 350 Kilometer östlich von Perth. Oder das Nature’s Window im Kalbarri Nationalpark, ein Loch im Fels, das die Schlucht dahinter einrahmt wie ein Bilderrahmen.

Dazu die bekannten Formationen: die Zwölf Apostel an der Great Ocean Road, der Uluru, die Pinnacles.

Was uns aber fast mehr fasziniert, sind die kleinen Dinge am Wegesrand. Die Leaning Trees bei Greenough an der Westküste etwa – Bäume, die vom Wind über Jahrzehnte so weit umgebogen wurden, dass sie fast waagerecht wachsen. Kein Aussichtspunkt, kein Eintritt, kein Souvenirshop. Nur ein Feld an der Straße, an dem du kurz anhältst und dich fragst, wie so etwas entsteht.

Genau solche Orte findest du in Australien ständig. Vorausgesetzt, du planst deine Tage nicht so voll, dass du an ihnen vorbeifährst.

Warum du nach Australien reisen solltest: Um die einzigartige Natur zu genießen.

6. Das Abenteuergefühl, das man zu Hause verlernt hat

Es gibt in Australien Nächte, in denen es kein Licht gibt außer dem eigenen.

Auf Campingplätzen in Nationalparks stehst du oft ohne Strom, ohne Empfang und manchmal ohne Waschhaus. Dafür hörst du abends Geräusche, die du nicht zuordnen kannst, und siehst einen Sternenhimmel, wie ihn in Mitteleuropa kaum noch jemand kennt – schlicht, weil es bei uns fast nirgendwo mehr richtig dunkel wird.

Dazu kommen Momente, in denen du merkst, dass du auf dich selbst gestellt bist. Beim Wandern im Grampians Nationalpark sind wir stundenlang niemandem begegnet. Auf manchen Strecken liegen zwischen zwei Tankstellen mehrere hundert Kilometer, und du tankst lieber einmal zu früh als einmal zu spät. Im tropischen Norden entscheidet nicht dein Zeitplan, ob eine Straße befahrbar ist, sondern der letzte Regen.

Das ist kein Extremurlaub. Australien ist gut erschlossen, die Wege sind ausgeschildert, im Notfall erreichst du unter 000 Hilfe.

Aber es ist eben auch nicht der Pauschalurlaub, bei dem alles vorgeplant ist. Du triffst wieder eigene Entscheidungen: Fahren wir weiter oder bleiben wir? Reicht das Wasser? Schaffen wir die Etappe noch vor Sonnenuntergang?

Dieses Gefühl, dass der Tag nicht komplett vorhersehbar ist, haben wir in Australien wiedergefunden. Und es ist einer der Gründe, warum wir immer wieder zurückkommen.

Warum du nach Australien reisen solltest: um mal ein richtiges Abenteuer zu erleben!

7. Städte, in denen man sich sofort wohlfühlt

Wir sind eigentlich keine Großstadtmenschen. Trotzdem gehören ein paar australische Städte zu unseren liebsten Orten überhaupt.

Das liegt vor allem am Tempo. Australische Städte sind gross, aber sie fühlen sich nicht hektisch an. Fast überall bist du in einer Viertelstunde am Wasser oder im Grünen, und wer in der Mittagspause surfen geht, gilt nicht als exzentrisch.

Jede hat dabei ihren eigenen Charakter. Sydney ist die spektakuläre mit Hafen, Oper und Harbour Bridge. Melbourne ist die kreative, mit Street Art in den Seitengassen, unzähligen Cafés und einem Wetter, das sich dreimal am Tag umentscheidet. Perth ist unsere Lieblingsstadt – die entlegenste Millionenstadt der Welt, mit dem Kings Park mitten drin und Stränden, an denen abends halb Perth den Sonnenuntergang anschaut.

Und dann sind da noch die Märkte. Auf dem Mindil Beach Market in Darwin holst du dir etwas zu essen und gehst damit an den Strand, um zuzuschauen, wie die Sonne im Meer verschwindet. Für uns einer der schönsten Stadtabende in Australien.

Warum du nach Australien reisen solltest: Um richtig coole, hippe und moderne Städte zu besichtigen.

8. Das Outback

Das Outback ist der Teil Australiens, der am wenigsten nach Urlaub aussieht – und trotzdem bei vielen der stärkste Eindruck bleibt.

Rote Erde, kaum Bäume, alle paar hundert Kilometer ein Roadhouse. Die Entfernungen sind so groß, dass sie sich schwer beschreiben lassen: Von Alice Springs bis zum Uluru sind es fast 470 Kilometer, und Alice Springs selbst liegt rund 1.500 Kilometer von der nächsten größeren Stadt entfernt.

Dann stehst du morgens um halb sechs vor dem Uluru und schaust zu, wie der Fels innerhalb weniger Minuten die Farbe wechselt. Oder du wanderst den Rim Walk im Kings Canyon, wo dich die Schlucht auf einmal von allen Seiten umgibt.

Und nachts wird es richtig gut. Es gibt kaum Lichtverschmutzung, keine Wolken, keine Feuchtigkeit in der Luft – die Milchstraße steht als breites Band über dir. Das ist der Sternenhimmel, an den wir uns von allen Nächten in Australien am deutlichsten erinnern.

Zwei Dinge solltest du dabei wissen: Im australischen Sommer wird es im Outback lebensgefährlich heiß, Wanderwege werden dann ab dem Vormittag gesperrt. Und in den Winternächten fallen die Temperaturen bis an den Gefrierpunkt. Wer bei „Outback“ nur an Hitze denkt, packt den Schlafsack falsch ein.

Die beste Zeit fürs Red Centre liegt zwischen Mai und September.

Warum du nach Australien reisen solltest: um einmal das rote Zentrum von Australien- das Outback - zu erleben.

9. Die Mentalität der Australier

Es gibt eine australische Redewendung, die man ständig hört: „no worries“. Und nach ein paar Wochen merkst du, dass sie nicht nur so dahingesagt ist.

Was uns am stärksten aufgefallen ist: Australier definieren sich nicht über Ihren Job oder über das was sie besitzen, sie definieren sich über das was sie tun. Die erste Frage beim Kennenlernen ist selten, was du beruflich machst. Gefragt wird eher, wo du herkommst, wo du schon warst und was du vorhast. Am Campingplatz sitzt du abends mit Leuten zusammen, von denen du nach zwei Stunden immer noch nicht weißt, was sie arbeiten – dafür aber, wo man in der Gegend am besten schnorcheln geht.

Dazu kommt, wie selbstverständlich Draußensein zum Alltag gehört. Morgens vor der Arbeit surfen, abends grillen, am Wochenende raus in den Nationalpark. Das ist keine Freizeitgestaltung, die man sich extra vornimmt, sondern einfach, wie der Tag abläuft.

Man nimmt davon etwas mit nach Hause. Meistens nicht lange – aber ein paar Wochen hält es an.

10. Du bist nie wirklich auf dich allein gestellt

So groß und leer Australien an vielen Stellen ist – wenn du eine Frage hast, findest du fast immer jemanden, der sie beantwortet.

Auf dem Weg nach Süden haben uns Australier immer wieder Batemans Bay empfohlen, einen Ort, den wir vorher überhaupt nicht auf dem Zettel hatten. Im Tauchshop in Exmouth hat uns eine Mitarbeiterin nicht nur Flossen verliehen, sondern gleich erklärt, wo sich das Schnorcheln an diesem Tag am meisten lohnt und worauf wir bei der Flut achten müssen. Im Booderee Nationalpark hat uns ein Ranger im Vorbeigehen gewarnt, dass am Abend zuvor eine Python gesichtet wurde.

Und beim Aufstieg auf den Bluff Knoll kamen uns Leute entgegen, die uns aufmunterten – vermutlich, weil wir ziemlich fertig aussahen.

Diese kleinen Gespräche sind es, aus denen die besten Tipps entstehen. Nicht aus Reiseführern und nicht aus Blogs, auch nicht aus unserem.

Deshalb unser Rat: Frag. Am Campingplatz, im Visitor Center, im Café. Die Wahrscheinlichkeit, dass du danach einen Ort auf deiner Liste hast, von dem du vorher nie gehört hast, ist ziemlich hoch.

Warum du nach Australien reisen solltest: die Mentaltät und die Menschen selber in Australien sind großartig.

Das waren unsere zehn Gründe. Und ehrlich gesagt könnten wir noch zwanzig weitere aufschreiben.

Wenn du jetzt darüber nachdenkst, ob du es wirklich machen sollst: Der schwierigste Teil ist nicht die Reise selbst. Australien ist einfach zu bereisen, Englisch ist die Landessprache, die Infrastruktur funktioniert, und an den Linksverkehr gewöhnst du dich schneller als gedacht.

Der schwierigste Teil ist die Entscheidung, wo du anfängst. Dabei helfen wir dir gerne weiter:

→ Australien-Reise planen: Der komplette Guide 2026

Solltest du Fragen zu deinem Urlaub in Australien haben, dann schreib uns gerne eine Nachricht. Und wenn du schon da warst, dann schreib uns doch einfach, was dir am besten gefallen hat!

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2 Kommentare zu „10 Gründe für eine Australien-Reise – und warum wir immer wiederkommen“

  1. Neben all der Natur konnten die Stadte Australiens fast ein bisschen in Vergessenheit geraten. Tun sie aber nicht! Denn Stadte wie Melbourne oder Perth ziehen Reisende mit ihrem ganz besonderen Flair in den Bann. Hier ist irgendwie alles entspannter, aber gleichzeitig auch ziemlich spannend. Streetart wartet an vielen Ecken auf dich, genauso wie immer neue Restaurants und Cafes. Die Grunflachen sind so zahlreich wie die Museen. Und die Menschen hier scheinen alle ein bisschen glucklicher zu sein als anderswo. Ob es an der Sonne liegt? Sicher nicht ausschlie?lich.

    1. Hallo!

      Ja, da hast du absolut Recht!
      Wir sind eigentlich keine Großstadtmenschen, aber Städte wie Sydney, Melbourne und vor allem Perth haben es uns wirklich angetan.
      Melbourne ist ja schon mehrmals zur „lebenswertesten“ Stadt der Welt gewählt worden. Da ist also schon was dran.

      Liebe Grüße
      Ivonne & Adam

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